. Diabetes Typ 1

Probiotika könnten Diabetes-1-Risiko senken

Bei Säuglingen mit einer erblichen Veranlagung für Diabetes Typ 1 kann die Gabe von Probiotika das Erkrankungs-Risiko verringern. Die Probiotika verhindern die Bildung von Inselzell-Antikörpern. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Forscher der University of South Florida in Fachblatt Jama Pediatrics veröffentlichten.
Ob ein Kind später an Diabetes 1 erkrankt, lässt sich früh feststellen

Probiotika im Säuglingsalter könnten vor Diabetes 1 schützen

Diese Antikörper haben eine große Bedeutung für die Autoimmunerkrankung: Lassen sich im Kleinkindalter mindestens zwei verschiedene Antikörper gegen Insulin beziehungsweise die insulinproduzierenden Inselzellen im Blut nachweisen, erkranken die Betroffenen eines Tages unweigerlich an Diabetes 1. Das geht aus dem neuen Drei-Stadien-Modell hervor, in dem Diabetes-Forscher aus vielen Ländern aktuellste Erkenntnisse zusammenfassten.

Die Test-Babys in der US-Studie hatten genetisch ein hohes Risiko, an Diabetes 1 zu erkranken. Sie erhielten probiotische Nahrungsergänzungsmittel im Alter von 0 bis 27 Tagen, erst nach 27 Tagen oder gar nicht. Die Gabe direkt nach der Geburt senkte das Risiko, in den ersten Lebensjahren solche Antikörper zu bilden, um ein Drittel. Allerdings nur bei  einem bestimmten Genotyp (DR3/4).

Teddy-Studie: Probiotika könnten Diabetes-1-Risiko senken

Die Untersuchung ist ein Teilergebnis der internationalen Teddy-Studie, die seit zehn Jahren erforscht, welche Umweltfaktoren die Entstehung von Diabetes 1 begünstigen könnten. Die Erkrankungsrate nimmt weltweit zu, insbesondere in Schwellenländern.

Die noch laufende Studie rekrutierte Neugeborene mit einem genetisch oder erblich erhöhten Diabetes-1-Risiko aus Krankenhäusern in den USA sowie Finnland, Deutschland und Schweden. Unter anderen wurden ihre Ernährungsgewohnheiten – auch eine mögliche Probiotika-Gabe –  von Geburt an dokumentiert, nach Alter der Mutter, Rauchen, Stillen gefragt. Im Alter von drei bis 48 Monaten wurden alle drei Monate Blutproben genommen, danach alle sechs Monate.

Probiotika wirken auf die Zusammensetzung der Darmflora, die den Aufbau des Immunsystems beeinflusst. Derzeit wird auch erprobt, ob die Probiotika-Gabe bei Schwangeren, Stillenden oder Neugeborenen das Allergie-Risiko der Kinder verringern könnte. Auslöser von Allergien ist - wie bei Diabetes 1 – eine Fehlsteuerung des Immunsystems.

Foto: Ramona Heim

 
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Probiotika
 

Weitere Nachrichten zum Thema Typ 1 Diabetes

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Ist das Frühstücksei schlecht für die Gesundheit von Herz und Gefäßen? Nein, sagt eine aktuelle Metastudie. Die zeigt: Ein Ei am Tag schadet nicht.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.