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Präventionsbus der Charité wirbt bei Schülern für Schutzimpfungen

In diesem Jahr wurden bereits 917 Masernfälle in Deutschland gemeldet. Die Erkrankung kann tödlich verlaufen. Für Schutzimpfungen werben will die Charité-Universitätsmedizin Berlin, die mit einem Präventionsbus Schulhöfe anfährt.
Präventionsbus der Charité

Charité-Ärzte klären an Schulen über nötige Schutz-Impfungen auf

Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit startet die Charité-Universitätsmedizin Berlin zu Beginn des neuen Schuljahres das Projekt „Gesundheit, Vorbeugung und Impfen an Schulen“. Zum Einsatz kommt der Präventionsbus, eine rollende Arztpraxis, die jeweils mehrere Tage auf Schulhöfen platziert wird und für die notwendigen Impfungen wirbt.

"Die Impflücken sind in Deutschland noch immer zu groß. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen fehlen wichtige Schutzimpfungen. Deshalb unterstützen wir die Charité dabei, neue Wege zu gehen, um Schülern zu zeigen: Wer sich impfen lässt, schützt sich selbst und seine Mitmenschen vor gefährlichen Krankheiten", erklärt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in einer Pressemitteilung.

Präventionsbus der Charité wirbt bei Schülern für Schutzimpfungen

Bei den Heranwachsenden soll mit dem Präventionsbus Interesse an gesundheitsbewusstem Verhalten geweckt und der Anteil der Jugendlichen mit einem vollständigen Impfschutz verbessert werden. Ärzte der Charité wirken in Zusammenarbeit mit den Schulen als Experten am Unterricht mit, beraten und bieten Schutzimpfungen an. Schulen, Lehrer und Eltern werden vorab in das Projekt einbezogen und um Zustimmung gebeten.

„Mit dem Präventionsbus und unseren mobilen Gesundheitsteams können wir auf die Schüler zugehen und diese für die eigene Gesundheitsvorsorge interessieren“, sagt Dr. Joachim Seybold, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Charité. Ausgestattet wurde der Bus von der Deutschen Bahn.

Masern können lebensgefährlich sein

Um gegen Masern zu schützen, zu deren Spätfolgen die tödliche Gehirnentzündung SSPE gehört, müssen Babys bis zum Alter von zwei Jahren zweimal geimpft werden: Einmal zwischen dem 11. und 14. Monat und ein zweites Mal zwischen dem 15. und 23. Monat. Dies ist keine „Auffrischimpfung“, sondern wichtig für einen sicheren und kompletten Impfschutz, heißt es beim Robert Koch-Institut. Ältere Kinder und Jugendliche mit unklarem oder unvollständigem Impfschutz sollten die Impfungen so bald wie möglich nachholen.

In einigen Regionen im Süden Bayerns und Baden-Württembergs haben nur 40 Prozent der Kinder der Zweijährigen die erforderlichen Impfungen gegen Masern und Menigokokken erhalten. Auch Berlin ist eine Hauptstadt der Impf-Verweigerer.

Lauterbach fordert Impfpflicht

Vor wenigen Tagen forderte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach erneut eine Impfpflicht. Die gibt es hierzulande bislang nicht. Eltern ungeimpfter Kinder müssen vor dem Kita-Besuch aber an einer Impf-Beratung teilnehmen. Weigern sie sich, müssen Kitas dies dem Jugendamt melden.

In Italien dürfen ungeimpfte Kinder Kitas oder Vorschulen gar nicht erst besuchen. Seit Juli 2017 gibt es verpflichtende Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten und Windpocken für Kinder und Jugendliche von 0 bis 17 Jahren. Kinder mit speziellen Vorerkrankungen sind davon befreit. Auch in Frankreich gilt eine Impfpflicht, die ab 2018 erweitert wird: Bislang mussten Kinder gegen Diphterie, Tetanus und Polio geimpft sein. Dazu kommen nun Keuchhusten, Hepatitis B, Haemophilus influenza Typ B, Pneumokokken. Meningokokken sowie Masern, Mumps, Röteln.

Foto: Charité/Solarek

Autor: bab
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