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PPI: Studie findet Hinweise auf Nierenschädigungen und Elektrolytstörungen

Protonenpumpenhemmer werden häufig verschrieben und meistens gut vertragen. Bei einer Einnahme über längere Zeit drohen jedoch ernsthafte Nebenwirkungen. Dazu gehören auch Nierenschäden, wie eine Studie nun bestätigt hat.
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Pantoprazol und Co. sind zwar sehr wirksam gegen zu viel Magensäure, können aber auch unerwünschte Nebenwirkungen haben

Bei Magenproblemen sind Protonenpumpenhemmer (PPI) wirkungsvoll und praktisch. Schnell reduzieren sie die Säureproduktion im Magen und lindern auf diese Weise häufig Sodbrennen und Magenschleimhautentzündungen. Auch bei Magengeschwüren werden sie eingesetzt. Da sie meistens gut verträglich sind, werden PPI wie Pantoprazol oder Omeprazol häufig verschrieben und sind teilweise sogar rezeptfrei erhältlich. Anstatt ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten umzustellen, setzen viele Menschen sie daher schon bei leichten Magenproblemen ein. Experten hingegen kritisieren jedoch den oft sorglosen Umgang mit Protonenpumpenhemmern.

Längere Einnahme von PPI nicht ungefährlich

Immer öfter wird eine längere Einnahme von PPI mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Krankheiten in Verbindung gebracht. Dazu gehören Clostridium-difficile-induzierte Durchfälle, Pneumonien, Knochenbrüchen und Herzinfarkten. Auch Hinweise auf mögliche Nierenschäden häufen sich.

Das bestätigt nun auch eine Analyse der Datenbank FAERS, in der die US-Arzneimittelbehörde FDA Meldungen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen sammelt. Dafür wurden bei Patienten, die PPI eingenommen hatten, mit solchen verglichen, denen H2-Blocker verordnet worden waren. Wie sich zeigte, traten in der PPI-Gruppe deutlich häufiger Nierenkrankheiten und Elektrolytstörungen auf. Die Ergebnisse der Analyse wurden in „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Nierenerkrankungen unter PPI häufiger

Nach Ansicht der Forscher um Ruben Abagyan von der Skaggs School of Pharmacy and Pharmaceutical Sciences in San Diego, die die Analyse vorgenommen haben, stellen die Ergebnisse die weit verbreitete Ansicht, es handele sich bei PPI um harmlose Medikamente, in Frage. Unter den PPI-Anwendern traten chronische Nierenerkrankungen über 28-mal häufiger auf, akute Nierenschäden über viermal häufiger. Zudem litten Patienten, die Protonenpumpenhemmer einnahmen, fast dreimal so oft unter Nierensteinen wie Anwender von H2-Blockern.

Risiko für Elektrolytstörungen erhöht

Auch Elektrolytstörungen wurden in der PPI-Gruppe häufiger festgestellt. So kam es über 78-mal öfter zu einer Hypomagnesiämie, eine Hypokalzämie trat 26-mal häufiger auf, eine Hypokaliämie 6,3-mal und eine Hyponatriämie 2,2-mal häufiger. Auffällig war, dass die Odds Ratios in der Analyse wesentlich höher ausfielen als in anderen epidemiologischen Studien. Dies könnte daran liegen, dass dem FAERS nur Fälle gemeldet werden, bei denen es zu gesundheitlichen Problemen kommt.

In früheren Kohortenstudien wurde meist "nur" ein ungefähr doppelt so hohes Risiko für die verschiedenen Erkrankungen gefunden. Auch lässt sich aus der aktuellen Analyse keine direkte Kausalität ableiten. Trotzdem gehen die Studienautoren davon aus, dass die Risiken nicht unerheblich sind. Sie raten daher dazu, PPI mit größerer Vorsicht zu verschreiben.

Foto: © Zerbor - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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