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PPI könnten Allergien fördern

Mittwoch, 7. August 2019 – Autor:
Gegen Sodbrennen eingenommene Magensäureblocker wie die sogenannten PPls könnten Allergien fördern. Das ergab eine Studie der Medizinischen Universität Wien.
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Magensäureblocker können eine ungünstige Nebenwirkung haben: Sie begünstigen Allergien – Foto: ©Andrey Popov - stock.adobe.com

Gegen Sodbrennen eingenommene Magensäureblocker wie die sogenannten Protonenpumpenhemmer (PPI) könnten Allergien begünstigen. Das zeigt eine Studie der MedUni Wien.

Die Daten für die Untersuchung lieferten die österreichischen Krankenversicherungsträger. Im Zeitraum 2009 bis 2013 konnten so alle Verschreibungen von Allergiemedikamenten (Antihistaminika, Allergen-Immuntherapien) an Patienten erfasst werden, die zuvor Rezepte für Magenschoner erhalten hatten.

Nach PPI wurden Allergie-Medikamente verschrieben

Anhand der Daten ließ sich nachweisen, dass PPI mit der nachfolgenden Verschreibung von Allergie-Medikamenten in Zusammenhang stehen. Damit würden Befunde aus früheren epidemiologischen und experimentellen Studien gestützt, heißt es weiter in einer Pressemitteilung.

Magensäureblocker reduzieren die Produktion von Magensäure, lindern durch Reflux hervorgerufenes Sodbrennen und unterstützen das Abheilen einer geschädigten Magenschleimhaut. Sie werden oft zur Unterstützung von Medikamententherapien verschrieben, zur Vermeidung eines Magengeschwürs oder gegen Völlegefühl.

 

Warum PPI zu Allergien führen können

Die Magensäure erfüllt jedoch eine wichtige Funktion im Verdauungstrakt. Die darin enthaltenen säureabhängigen Enzyme spalten Proteine der Nahrungsmittel auf und führen sie der Weiterverwertung zu. Außerdem dient sie als Barriere gegen Bakterien und andere Krankheitserreger.

Wenn diese Funktionen aufgrund der durch die PPI geblockte Magensäureproduktion reduziert sind, können Allergene unverarbeitet in den Darm vordringen. Das kann Allergien auslösen oder die Symptome bei Menschen, die bereits unter Allergien leiden, verstärken. Auf diese Weise können PPI Allergien fördern. Der Effekt zeigte sich häufiger bei Frauen sowie bei älteren Menschen ab 60 Jahren.

PPI nur kurzzeitig einnehmen

Studienleiterin Erika Jensen-Jarolim warnt daher auch vor unkontrollierter Einnahme: Die sogenannten Magenschoner sollte man nicht länger als nötig einsetzen. Magensäureblocker bekämpfen zudem nur die Symptome und nicht die Ursache eines Leidens.

Behandelnde Ärzte sollten die kürzest mögliche Einnahme eines Magenschutzes festlegen. Bei der Behandlung von Stressreaktionen wie Sodbrennen empfehle sich eher eine Änderung des Lebensstils beziehungsweise der Work-Life-Balance. Die entsprechende Studie wurde im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht.

Foto: andrey popov/fotolia.com

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