Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
14.02.2017

Pollenflug-Vorhersagen zu ungenau?

Die Pollenflug-Saison 2017 hat begonnen. Im Westen Deutschlands blühen bereits Hasel und Erle. Doch die Pollenflug-Vorhersagen einiger Anbieter seien zu ungenau, kritisiert die Stiftung europäische Allergieforschung (ECARF).
Haselblüten

Mit der Haselblüte beginnt die Pollenflug-Saison

„Die Pollenallergie ist die häufigste allergische Erkrankung. Die sorgfältige Messung der Pollenbelastung und verlässliche Vorhersagen erleichtern den Betroffenen den Umgang mit der Erkrankung und unterstützen eine adäquate medizinische Behandlung“, so der ECARF-Stiftungsvorsitzende Prof. Torsten Zuberbier.

Doch die Pollenbelastung werde in Vorhersagen oft als zu hoch oder als zu niedrig eingeschätzt. Besonders letzteres könne zu gesundheitlichen Problemen führen, etwa durch falsch dosierte Medikation. Zuberbier fordert daher wissenschaftliche Standards für Messungen und Prognosen. Eine Studie, die jetzt in der Wiener klinischen Wochenschrift erschien, definiert erstmals konkrete Qualitätskriterien.

Pollenflug-Vorhersagen zu ungenau?

Um den Pollenflug vorauszusagen, sind Mess-Stationen notwendig. An diesen Stationen werden die Pollen aus der Luft eingefangen, identifiziert und gezählt. Die gezählten Pollen eines Tages sowie ein Abgleich mit verschiedenen Daten, unter anderem der Wetterprognose, ermöglichen eine Pollenflug-Vorhersage für den nächsten Tag.

Damit diese möglichst genau ist, fordert die Studie ein engmaschiges Netz an verlässlichen Messstationen, gründlich geprüfte Wetter-, Klima- und Umweltdaten, um den gemessenen Pollenflug einordnen und Vorhersagen treffen zu können sowie wissenschaftliche Expertise und praktisches Know-How in der Allergieforschung ebenso wie in den Bereichen Wetter, Klima, Botanik und Umweltgeografie.

 

Pollen-Informationen vom Deutschen Wetterdienst

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass verlässliche Pollenvorhersagen nur durch unabhängige und nichtkommerzielle Anbieter getroffen werden können, die mit wissenschaftlichem Anspruch arbeiten.

Ein Anbieter von Pollen-Vorhersagen ist die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (www.pollenstiftung.de). Sie betreibt das größte Netz an Mess-Stationen in Deutschland. Die Daten gibt sie den Deutschen Wetterdienst (DWD) weiter, der die Prognosen erstellt - im Internet zu finden unter www.dwd.de/pollenflug.

Pollenfrei nur auf hoher See

Die Pollenflugsaison dauert hierzulande meist von Januar bis Oktober. Wirklich pollenfrei sind nur wenige Regionen in Deutschland. Auf hoher See ganzjährig oder ab Ende Juli in den Alpen finden Allergiker pollenfreie Zonen. Der Urlaub an der Nord- oder Ostseeküste kann für Betroffene eine Erholung sein – so lange der Wind von See weht. Bei Landwind kann die Beschwerdefreiheit ein schnelles Ende nehmen, warnt Carl-Christian Bergmann, Allergologe an der Berliner Charité und Vorsitzender der Stiftung Deutscher Pollendienst.

Foto: beautuerk/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Heuschnupfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Pollenallergie

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Lebensmittelallergien nehmen in den Industrieländern zu. Kinder sind stärker betroffen als Erwachsene. Bei Reaktionen auf Kuhmilch und Hühnerei kann die Allergie aber bis zum Schulalter wieder verschwinden, Allergien gegen Erdnüsse oder Fisch bleiben indes oft bestehen. Zum Tag der Lebensmittelallergien am 21. Juni sprachen wir mit Prof. Regina Treudler, Leiterin des Leipziger Interdisziplinären Centrums für Allergologie (LICA) am Universitätsklinikum Leipzig.
 
Weitere Nachrichten

Wer ins Krankenhaus geht, ohne Notfallpatient zu sein, kann sich die Klinik aussuchen. Am wichtigsten sind Patienten dabei Hygiene und Sauberkeit. Erst auf Platz zwei folgt die Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete. Ob die Klinik groß oder klein ist, spielt kaum eine Rolle. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Hamburger Asklepios-Kliniken zu planbaren Behandlungen im Krankenhaus.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin