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11.03.2021

Pollenflug erhöht das Covid-19-Infektionsrisiko

Sind viele Pollen in der Außenluft unterwegs, kommt es zu erhöhten Covid-19-Infektionsraten. Denn die Pollen schwächen das Immunsystem - auch bei Nicht-Allergikern.
Mit dem Polenflug erhöht sich auch das Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion

Sind viele Pollen in der Außenluft unterwegs, ist das Risiko einer Covid-19-Infektion erhöht. Denn die Pollen schwächen das Immunsystem. Auch bei Nicht-Allergikern. Das hat ein Forscher-Team unter der Leitung der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München gezeigt.

Im Frühjahr 2020 traf der Ausbruch der Corona-Pandemie in der nördlichen Hemisphäre mit den Flugzeiten der Baumpollen zusammen. Die Wissenschaftler wollten nun wissen, welchen Einfluss die Pollenkonzentration auf Infektionszahlen mit SARS-CoV-2 hat.

Pollendaten aus 31 Ländern gesammelt

Unter Federführung von Studienautor Athanasios Damialis sammelte das Team am Lehrstuhl für Umweltmedizin an der TUM Daten zu Pollenkonzentrationen in der Luft, meteorologischen Bedingungen und zur SARS-CoV-2-Infektionsrate.

Die Wissenschaftler analysierten Pollendaten von 130 Stationen in 31 Ländern auf fünf verschiedenen Kontinenten. In ihre Berechnung bezogen sie auch Daten zu Besiedelungsdichte und Lockdowns ein. Das Team zeigte, dass luftgetragene Pollen im Durchschnitt 44 Prozent der Varianz der Infektionsraten erklären können. Manchmal spielten aber auch Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur eine Rolle.

 

Pollen ließen Infektionsrate um 20 Prozent steigen

Galten in den untersuchten Gebieten Lockdown-Regeln, halbierte sich die Zahl der Infektionen im Schnitt bei vergleichbarer Pollenkonzentration. An Orten ohne Lockdown-Regelungen stieg die Infektionsrate im Schnitt um vier Prozent, wenn sich die Anzahl der Pollen in der Luft um 100 pro Kubikmeter erhöhte.

In deutschen Städten kamen im Untersuchungszeitraum zeitweise pro Tag bis zu 500 Pollen auf einen Kubikmeter – was  zu einem Anstieg der Infektionsraten um mehr als 20 Prozent führte.

Pollen schwächen die Virenabwehr

Hintergrund: Wenn Pollen fliegen, reagiert die Körperabwehr in abgeschwächter Form auf Viren der Atemwege. Wenn ein Virus in den Körper gelangt, produzieren infizierte Zellen üblicherweise Signalproteine - auch bei SARS-CoV-2. Diese sogenannten antiviralen Interferone rufen benachbarte Zellen dazu auf, ihre antivirale Abwehr zu verstärken, um die Eindringlinge in Schach zu halten. Außerdem wird eine Entzündungsreaktion aktiviert, um die Viren zu bekämpfen.

Ist die Pollenkonzentration in der Luft hoch und werden neben Viren auch Pollen eingeatmet, werden weniger solcher antiviralen Interferone produziert. Auch die eigentlich heilsame Entzündungsreaktion wird beeinflusst. Dabei spielt es keine Rolle, ob Betroffene an Allergien gegenüber diesen Pollen leiden.

Pollenflug erhöht das Covid-19-Infektionsrisiko

Der Pollenflug erhöht also das Covid-19-Infektionsrisiko. Co-Autorin Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin für Umweltmedizin, rät Risikopatienten, in den nächsten Monaten die Pollenflugvorhersagen zu Rate zu ziehen. "Staubfiltermasken zu tragen, wenn die Pollenkonzentration hoch ist, kann das Virus und den Pollen gleichermaßen von den Atemwegen fernhalten", sagte sie in einer Pressemitteilung der TUM. Die Studie erschien im Fachmagazin PNAS.

Foto: Adobe Stock/PS.DES!GN

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