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. Zucker, Salz und Fett

Politik wird aktiv gegen ungesunde Ernährung der Deutschen

Die Deutschen haben die geringste Lebenserwartung aller Westeuropäer - Folge von ungesunder Ernährung und Übergewicht. Nun hat sich die Lebensmittelindustrie dazu verpflichtet, den Gehalt von Zucker, Salz und Fett in ihren Produkten zu reduzieren.
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Der Zucker-, Fett- und Salzgehalt von Fertigprodukten soll gesenkt werden

Die Deutschen haben die geringste Lebenserwartung aller Westeuropäer - Folge von ungesunder Ernährung und Übergewicht. Die erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes 2. Das Bundesernährungsministerium will nun gegensteuern und erreichen, dass Fertigprodukte künftig weniger Zucker, Fett und Salz enthalten.

Das ist zumindest das Ziel der so genannten nationalen "Reduktions- und Innovationsstrategie". Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich jetzt mit der Lebensmittelindustrie auf ein Konzept zur freiwilligen Selbstverpflichtung geeinigt. Bis zum Jahr 2025 sollen konkrete Reduktionsziele für die Inhaltsstoffe von Fertigprodukten erreicht werden.

Politik wird aktiv gegen ungesunde Ernährung der Deutschen

So sollen die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas und von damit einhergehenden Krankheiten gesenkt werden. Hierzulande sind mittlerweile 43 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder übergewichtig. "Die Reduktion von Zucker, Fetten und Salz ist ernährungsmedizinisch dringend geboten, technologisch machbar und wirtschaftlich vertretbar", heißt es weiter in einer Mitteilung des Ministeriums.

Damit wird die Politik aktiv gegen die ungesunde Ernährung der Deutschen. Diese können auch weiterhin zur Tiefkühl-Pizza oder zur Fertig-Lasagne greifen, nur enthalten die Lebensmittel - geht es nach dem Willen von Klöckner - künftig eine geringere Menge der besagten Bestandteile. Überwacht werden soll das durch ein "engmaschiges Monitoring". Wie das aussieht, ist noch unklar.

 

Geschmack und Konsistenz müssen Verbraucher zusagen

Julia Klöckner weiter: "Wichtig ist mir auch die Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelhandwerk. Die Umsetzung muss praktikabel sein und die Belange kleiner handwerklicher Betriebe im Blick behalten. Deshalb ist auch die wissenschaftliche Begleitung so wichtig, um zum Beispiel Salzspitzen im Brot zu reduzieren. Geschmack und Konsistenz müssen nach wie vor dem Verbraucher zusagen."

Das Strategie-Papier umfasst sechs Arbeitspakete, darunter geht es auch um speziell an Kinder gerichtete Lebensmittel. Das Konzept soll Anfang 2019 umgesetzt werden. Im Herbst 2019 soll es einen ersten Fortschrittsbericht geben, bis 2025 sollen die vereinbarten Zielmarken erreicht werden.

Forscher suchen Ersatzprodukte, die den Geschmack erhalten

Im Rahmen der Innovationsstrategie gibt es Geld für das Max Rubner-Institut für gesunde Ernährung mit Genuss. Das forscht an neuen Projekten, die sich der Reduktion von Zucker, Fett und Salz beziehungsweise dem Einsatz von Ersatzprodukten oder der Erhöhung der Geschmackswirkung - bei Zucker und Salz - widmen. Wenn diese erfolgreich beendet sind, werden die Ergebnisse bekannt und für Nutzer zugänglich gemacht.

Das Ministerium fördert bereits weitere Projekte zum Thema Reformulierung, das heißt einer Veränderung der Rezepturen für Fertiglebensmittel. So arbeiten Forscher an den Salzgeschmack verstärkenden Peptiden, kollagenhaltigen Fettaustauschstoffen für zum Braten oder Erhitzen gedachten Brühwursterzeugnisse, eine besseres Fettsäureprofil für bessere ernährungsphysiologische Eigenschaften von Schokoladenfüllungen und neuartigen kalorienarmen Zuckern.

Verbot von zugesetztem Zucker in Baby-Tees

Bei der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern will die Bundesernährungsministerin regulatorisch tätig werden. Bis Ende 2019 soll die Diätverordnung geändert werden. Damit werden zugesetzter Zucker und süßende Zutaten wie Stevia, Maltulose, Isomaltulose oder Dextrose in Säuglings- und Kindertees sowie in Kindermilchen verboten. Was von Natur aus an Zucker und Süße vorhanden ist, darf auch in den Produkten bleiben.

Derzeit steht auch eine EU-Regelung zu Getreidebeikost wie Kinderkekse und Kinderzwieback an. Hier fordert die Bundesministerin einen gleichgerichteten Ansatz wie auf nationaler Ebene. Ein Schlüssel für eine gesunderhaltende Ernährung sei aber auch die Ernährungskompetenz, betont Klöckner. Dafür setzt das Ministerium auf Projekte wie die Initiative In Form, die Aufklärung und Ernährungsbildung der Deutschen fördern soll.

Foto: terovesalainen/fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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