. Welt-Polio-Tag

Polio: Impfungen auch in Deutschland weiter wichtig

Seit 50 Jahren gilt Deutschland als poliofrei. Doch in anderen Ländern ist die Viruserkrankung immer noch ein Problem. Der Welt-Polio-Tag am 28. Oktober 2017 erinnert an die Notwendigkeit einer weltweiten Ausrottung.
Welt-Polio-Tag

Am 28. Oktober 2017 ist Welt-Polio-Tag

Poliomyelitis, meist kurz Polio genannt und im deutschen Sprachraum als Kinderlähmung bekannt, gilt in Deutschland seit Jahrzehnten als ausgerottet. Das ist das Ergebnis eines flächendeckenden Impfschutzes. Ein Grund zur Sorglosigkeit ist es nicht und die Impfungen sind auch weiterhin wichtig, da der Erreger aufgrund des internationalen Reiseverkehrs leicht eingeschleppt werden kann. Denn in anderen Ländern wie Nigeria und Pakistan gilt Polio immer noch als großes Problem, und auch in Syrien ist vor einigen Jahren ein Ausbruch gemeldet worden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält dennoch an ihrem Ziel fest, Polio bis 2018 endgültig ausgerottet zu haben. Daran erinnert der Welt-Polio-Tag am 28. Oktober.

Polio ist nicht heilbar

Polio-Viren werden mit dem Stuhl ausgeschieden und vorwiegend durch Schmierinfektion (Stuhl-Hand-Mund) übertragen. Aber auch durch Husten oder Niesen ist eine Ansteckung möglich, und auch verschmutztes Trinkwasser kann eine Infektionsquelle sein. Rund 95 Prozent der Infizierten bemerken nichts von dem Virus. Bei etwa fünf Prozent kommt es zu Fieber, Hals- und Kopfschmerzen. Einige Infizierte entwickeln jedoch zum Teil dauerhafte Lähmungen der Arm- oder Beinmuskulatur, im schlimmsten Fall kann auch die Sprech-, Schluck- oder Atemmuskulatur betroffen sein.

Auch Jahre oder Jahrzehnte nach einer überstandenen Infektion kann es erneut zu Muskelschmerzen und Lähmungen kommen. Gegen die Erkrankung gibt es keine Medikamente, so dass nur die Symptome unter Umständen gelindert werden können. Die Bezeichnung Kinderlähmung für Polio ist irreführend, da sich auch Erwachsene anstecken können. Allerdings sind Kinder häufiger betroffen.

Grundimmunisierung und spätere Auffrischung schützen

In Deutschland ist die Durchimpfungsrate gegen Polio mit etwa 95 Prozent aller Schulanfänger recht gut. Allerdings ist die Erkrankung durch die Erfolge zum Teil auch aus dem Bewusstsein der Menschen verschwunden. Dabei kann das aggressive Virus nach Einschätzung der WHO nur durch eine weltweite Immunisierung wirklich aufgehalten werden.

Um einen belastbaren und langanhaltenden Impfschutz zu erzielen, rät die Ständige Impfkommission (STIKO) zu einer vollständigen Grundimmunisierung im Kindesalter sowie zu einer Auffrischimpfung im Alter von 9 bis 17 Jahren erfolgen. Eine weitere Auffrischung nach dem 18. Lebensjahr wird nur Personen empfohlen, die möglicherweise mit Erkrankten oder deren Körperausscheidungen in Kontakt kommen, sowie Reisenden in Risikoregionen. Zudem sollte jeder, der Kontakt zu einem Polio-Erkrankten hatte, unabhängig vom Impfstatus sofort geimpft werden.

Foto: © Tobias Arhelger - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Polio

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Eine Studie zeigt: Zu viel Salz reduziert die Anzahl der Milchsäurebakterien im Darm. Dadurch können verschiedene Krankheiten entstehen. Probiotika hingegen können die Darmflora schützen.
Das Online-Programm iFightDepression der Deutschen Depressionshilfe scheint wirksam zu sein. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Teilnehmer ihre depressive Symptomatik damit von mittelgradig auf leicht verbessern konnten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Selbsttherapie professionell begleitet wird.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.