Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
24.04.2019

Plötzlicher Kindstod: Warum das Schlafen im Elternbett besonders gefährlich ist

Immer noch gehört der plötzliche Kindstod zu den häufigsten Todesursachen für Kinder unter einem Jahr. Oft kommt es zu den Unglücksfällen, weil das Baby erstickt. Forscher konnten nun zeigen, dass das Schlafen im Elternbett das Risiko erhöht.
Plötzlicher Kindstod, Ersticken, Schlaf, Elternbett

Etwa 130 Kinder sterben jedes Jahr in Deutschland am plötzlichen Kindstod

Für Eltern ist es wohl das Schlimmste, was sie sich vorstellen können: Ihr Baby erwacht morgens nicht mehr. Die Gründe für diesen plötzlichen Kindstod sind noch nicht völlig erforscht, doch einige Risikofaktoren sind bekannt. Beim plötzlichen Kindstod setzt der natürliche Atemreflex aus oder wird gestört, weil der Säugling beispielsweise mit dem Kopf unter ein Kissen oder eine Decke gerät. Auch die Bauchlage oder das Einklemmen z.B. zwischen Matratze und Wand gehören zu den Risikofaktoren. Häufig ist jedoch auch kein bestimmter Grund auszumachen. Der angeborene Atemreflex setzt einfach aus und die Kinder wachen trotz ausbleibender Sauerstoffversorgung nicht auf.

Schlafen im Bett der Eltern erhöht Erstickungsrisiko

Amerikanische Forscher haben nun die häufigsten Ursachen des plötzlichen Kindstods in Verbindung mit bestimmten Schlafpraktiken untersucht. Demnach ist Ersticken für 14 Prozent aller plötzlichen, unerwarteten Todesfälle bei Säuglingen verantwortlich. Am häufigsten kommt es dazu, wenn die Kinder in einem zu weichen Bett schlafen (69 Prozent), mit dem Kopf unter die Decke geraten (19 Prozent) oder eingeklemmt werden (12 Prozent).

Der Studie zufolge erhöht das Schlafen im Elternbett diese Risiken stark. Die Forscher um Alexa B. Erck Lambert konnten zeigen, dass sich 49 Prozent der Todesfälle im elterlichen Bett ereignen – bei 82 Prozent haben die Kinder dabei auf dem Bauch geschlafen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Pediatrics“.

 

Unglückszahlen rückläufig

Auch wenn die Zahl der Fälle von plötzlichem Kindstod in Deutschland seit einigen Jahren rückläufig sind, starben im Jahr 2015 hierzulande noch 127 Kinder daran. Eine Reihe von Risikofaktoren wie Bauchlage, Rauchen und Überwärmung sind schon länger bekannt. Eltern wird daher geraten, ihr Baby im ersten Lebensjahr nur in Rückenlage zum Schlafen zu legen. Vorsichtsmaßnahmen wie diese haben Experten zufolge dazu beigetragen, dass die Unglückszahlen zurückgegangen sind.

Doch nicht immer lassen sich die Todesfälle vermeiden. Erst im Jahr 2018 konnte eine Studie britischer Forscher zeigen, dass bestimmte genetische Veränderungen zu gefährlichen Atempausen bei Kindern führen können, welche wiederum einen plötzlichen Kindstod verursachen können. Auch andere "innere" Ursachen kommen für die Unglücksfälle in Frage.

Foto: © ivan kmit - Fotolia.com

Foto: ©ivan kmit - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Kinder
 

Weitere Nachrichten zum Thema Säuglingsgesundheit

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Die Zahl der Diabetesfälle ist dabei zu explodieren – in Deutschland wie weltweit. Die WHO spricht schon jetzt von einer weiteren „Pandemie“. Ein Experte der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärt, was jeder Einzelne selbst tun kann und sollte, um sein persönliches Risiko für eine Diabetes-Erkrankung zu reduzieren.

 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin