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15.06.2021

Plastikfreie To-go-Produkte enthalten viele Schadstoffe

Ab dem 3. Juli sind viele Einwegprodukte aus Plastik verboten. Doch plastikfreie To-Go-Produkte auf Basis von Pappe, Zuckerrohr oder Palmenblättern enthalten viele Schadstoffe.
Plastifreies Einweggeschirr ist nicht immer so unbelastet wie es aussieht

Ab dem 3. Juli sind viele Einwegprodukte aus Plastik verboten. Doch auch gegen die Alternativen gibt es Bedenken. Das berichtet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

In plastikfreiem Einweggeschirr aus Pappe, Palmenblättern oder Zuckerrohr stecken häufig gesundheitsgefährdende Schadstoffe. Zu diesem Befund kommt eine Untersuchung von vier europäischen Verbraucherorganisationen, die der europäische Verbraucherschutzverband BEUC veröffentlicht hat.

Plastikfreie To-go-Produkte enthalten viele Schadstoffe

Mehr als die Hälfte der getesteten Produkte (53 Prozent) enthielten demnach Schadstoffe über dem empfohlenen Richtwert, darunter potenziell krebserregende Stoffe sowie Chemikalien, die über viele Generationen in der Umwelt verbleiben und die menschliche Gesundheit schädigen können.

Getestet wurden 57 plastikfreie To-Go-Produkte in Frankreich, Dänemark, Italien und Spanien. Gefunden wurden Rückstände von Pestiziden, die nicht in der EU zugelassen sind, potenziell krebserregende Chlorpropanole sowie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). PFAS werden eingesetzt, um Lebensmittelverpackungen wasser-, fett- und schmutzabweisend zu machen. Sie gelten als krebserregend und gesundheitsschädigend.

 

Verbraucherschützer fordert Zulassungsverfahren

Auch in Deutschland sind solche problematischen Produkte auf dem Markt, wie Analysen der Untersuchungsämter für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2020 sowie ein im Mai 2021 veröffentlichter Bericht europäischer Umweltorganisationen belegt haben.

Der vzbv fordert eine Überarbeitung der EU-Rahmenverordnung über Lebensmittelkontaktmaterialien. Nötig sind klare Verbote für besonders schädigende Stoffe, ein Zulassungsverfahren für alle Materialien mit Lebensmittelkontakt sowie mehr Personal und Geld für die Lebensmittelüberwachung. "Die Lebensmittelüberwachung muss in die Lage versetzt werden, unsichere Produkte schnell vom Markt nehmen zu können", so Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, in einer Pressemitteilung.

Foto: Adobe Stock/Jane Vershinin

Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
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