Plastik in Kabeljau und Hering nachgewiesen

Fisch ist gesund, heißt es. Was Forscher jetzt in Hering, Makrele und Kabeljau gefunden haben, dürfte diesen Glauben erschüttern: jede Menge Plastikmüll.
Plastikflasche am Strand: Über Fische gelangt Plastikmüll auf den Teller

Plastikflasche am Strand: Über Fische gelangt Plastikmüll auf den Teller

Dass in den Weltmeeren Plastikmüll schwimmt, ist bekannt. Da liegt es nahe, dass dieser über Fische auch in den menschlichen Magen gelangt. Denn Meerestiere nehmen mit der Nahrung auch Mikroteilchen an Plastik auf. Die Kunststoff-Belastung beliebter Speisefische hat nun das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) belegen können. Die Forscher hatten Heringe, Makrelen, Kabeljau, Kliesche und Flunder untersucht. Von den insgesamt 290 untersuchten Fischen waren 5,5 Prozent mit Kunststoff belastet. Am stärksten waren Hering und Makrele betroffen. Von diesen im freien Wasser lebenden Fische waren durchschnittlich 10,7 Prozent kontaminiert, von den am Meeresgrund lebenden Fischen (Kabeljau, Kliesche und Flunder) waren es 3,4 Prozent.

Plastik wird zu Mikroplastik zermalmt

Nach Auskunft des Umweltbundesamtes landen jedes Jahr 30 Millionen Tonnen Plastik in unseren Weltmeeren. Dabei handelt es sich beispielsweise um abgerissene Fischernetze und -taue, Plastiktüten, Flaschen und Babywindeln. Manche Plastikmüll-Strudel im Meer sind so groß wie Mitteleuropa. Durch Wellenbewegung und UV-Einstrahlung wird das Plastik zu kleineren Teilchen zerrieben, bis es schließlich Mikroplastik ist. Manche Teilchen sind so klein, dass man sie nur unter dem Mikroskop erkennen kann. Fische sind die ersten Leidtragenden. Was das für den Menschen bedeutet, muss noch untersucht werden. Auf Dauer dürfte der Fischverzehr aber nichts Gutes verheißen.

Müll reduzieren

Als größte Meeresverschmutzer gelten die südostasiatischen Staaten China, Indonesien, Vietnam und die Philippinen. Erhebliche Mengen an Plastik geraten auch vom Land ins Meer, denn Kläranlagen können Mikroplastik nur unzulänglich herausfiltern. Rüdiger Lobitz vom Infodienst aid meint, es reiche nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen. Jeder einzelne von uns könne etwas gegen die Plastikflut tun: „reduce, reuse, recycle.“ Heißt übersetzt: Einweg-Verpackungen reduzieren, solange wie möglich wiederverwerten und ordnungsgemäß entsorgen.

Foto: © frinz - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung

Weitere Nachrichten zum Thema Lebensmittel

| Die WHO hat eine neue Richtlinie vorgelegt, um den Antibiotikaverbrauch in der Tiermast drastisch zu drosseln. Bauern und Industrie werden aufgefordert, die Medikamente nicht mehr gesunden Tieren zu füttern. Hintergrund ist nicht das Tierwohl, sondern die bedrohlichen Antibiotikaresistenzen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.