Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Pfleger wollen eigene Kammer

Donnerstag, 16. April 2015 – Autor: Julia Frisch
Eine Ärzte- und Rechtsanwaltkammer gibt es in Berlin schon. Nun soll, wenn es nach den Pflegefachkräften geht, auch eine Pflegekammer gegründet werden. Eine Mehrheit ist nach einer Studie dafür.
Großes Interesse: Viele Pflegefachkräfte waren bei der Diskussion mit Gesundheitssenator Mario Czaja dabei.

Der große Saal im Rathaus war voll besetzt, als Gesundheitssenator Mario Czaja (vorne Mitte) die Ergebnisse der Studie diskutierte mit Abgeordneten und jungen Pflegern.

Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung wurden von Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) im Roten Rathaus vorgestellt. 1196 examinierte sozialversicherungspflichtig beschäftigte Pflegefachkräfte waren  von November 1994 bis Ende März diesen Jahres durch die Alice Salomon Hochschule  danach befragt worden, ob sie die Errichtung einer Pflegekammer befürworten.

Das Ergebnis: 58,8 Prozent der Berliner Pflegefachkräfte befürworten die Einrichtung einer Pflegekammer. Nur 17 Prozent sind dagegen. Die meiste Zustimmung gab es in der Berufsgruppe der Krankenpfleger,  hier sind 62,2 Prozent für die Kammer.  Kinderkrankenpfleger sprachen sich mit 52 Prozent für eine Selbstverwaltung aus, bei den Altenpflegern waren es knapp 50 Prozent. Bei letzteren ist der Anteil der Gegner mit 22,3 Prozent am höchsten.

Besonders junge Kräfte sind pro Kammer

13,8 Prozent aller Befragten sagten, dass sie nicht beurteilen können, ob eine eigene Kammer sinnvoll ist. 4,5 Prozent ist das Thema egal, 5,8 Prozent machten keine Angaben. Auffällig ist, dass besonders die jungen Pfleger sich offenbar etwas von einer eigenen Kammer versprechen: Bei den Interviewten mit einer Berufserfahrung von unter fünf Jahren sprachen sich fast 68 Prozent für eine Pflegekammer aus. 

Wie viel würden die Pfleger monatlich für eine Kammermitgliedschaft zahlen? Die Mehrheit ist laut Studie für einen Beitrag zwischen fünf und zehn Euro. 

 

Zustimmung durch Abgeordnete noch ungewiss

Senator Mario Czaja kündigte an, dass seine Verwaltung nun einen Entwurf für ein Gründungsgesetz vorbereiten wird. Ob dieses im Abgeordnetenhaus aber Zustim-mung bekommen wird, ist noch nicht gewiss. Eine klare politische Mehrheit gebe es bislang nicht, dämpfte Czaja zu hohe Erwartungen. 

Die SPD-Abgeordnete Ülker Radziwill machte bei der Diskussion im Anschluss an die Ergebnisbekanntgabe deutlich, dass die SPD-Fraktion einer Pflegekammer skeptisch gegenübersteht. Diese sei nicht in der Lage, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern, das sei Aufgabe der Politik. Sie kritisierte außerdem, dass Pflegehilfskräfte nicht in die Studie mit einbezogen wurden. Diese waren nicht befragt worden, weil sie nicht Mitglied einer Pflegekammer werden können.

© Julia Frisch

Hauptkategorien: Berlin , Pflege
 

Weitere Nachrichten zum Thema Pflege

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Eine tückische Form des Bluthochdrucks ist die „maskierte Hypertonie“. Beim Arzt liegen die Blutdruckwerte im Normbereich – aber nachts oder im Alltag entgleisen sie. Besonders gefährdet: Menschen mit privatem oder beruflichem Stress – und sogar Jüngere.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin