Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst Deutschlands

Familien tragen nach wie vor die Hauptlast der Pflege. Anlässlich des heutigen Aktionstags Pflegende Angehörige weisen Pflegekassen auf ihre Unterstützungsangebote hin.
Hier pflegt der größte Pflegedienst Deutschlands: Tochter kümmert sich um betagte Mutter

Hier pflegt der größte Pflegedienst Deutschlands: Tochter kümmert sich um betagte Mutter

Früher war es ganz normal, dass Opa und Oma im Kreis der Familie alt werden durften. Selbstverständlich wurden sie auch von den Familienangehörigen gepflegt, wenn sie gebrechlich wurden. Heute ist das nicht mehr so selbstverständlich, weil die verschiedenen Generationen in der Regel nicht mehr unter einem Dach leben. Trotzdem kümmern sich die Kinder um ihre Eltern und Schwiegereltern, auch wenn dies logistisch oft eine Herausforderung ist.

Zum Beispiel zeigen Daten der Techniker Krankenkasse (TK), dass sieben von zehn pflegebedürftigen Versicherten zu Hause betreut werden. Bei 65 Prozent von ihnen wird die Pflege vollständig durch Angehörige geleistet - sie erhalten ausschließlich Pflegegeld, also keine Leistungen für den Einsatz eines professionellen Pflegedienstes. „Angehörige sind immer noch der größte Pflegedienst Deutschlands“, sagte TK-Vorstand Thomas Ballast anlässlich des Aktionstags Pflegende Angehörige am 8. September. „Das müssen wir generell stärker anerkennen und darüber hinaus einen einfachen Zugang zu konkreten Entlastungs- und Hilfsmöglichkeiten schaffen – vor allem in Belastungssituationen.“

Beratung per Videochat

Die TK und andere Pflegekassen nutzen den Aktionstag, um wieder einmal auf ihre diversen Unterstützungsangebote für Pflegende Angehörige hinzuweisen. Diese reichen von Pflegekursen bis zur Kurzzeit- und Verhinderungspflege. Aber auch digitale Angebote sind dabei. So bietet etwa die TK persönliche Unterstützung und psychologische Begleitung per Videochat unter www.pflegen-und-leben.de

"Pflegende sind durch ihre Situation zeitlich und räumlich oft kaum flexibel. Die Online-Beratung ermöglicht ihnen, sich bei Belastung dennoch professionelle Unterstützung zu holen", erläutert Projektleiterin Imke Wolf. Eine aktuelle Nutzerbefragung des Angebots zeigte, dass 87 Prozent der Ratsuchenden eine positive Auswirkung der Beratung auf den Pflegealltag feststellten.

 

Belastung steigt mit der Pflegedauer

Insbesondere wenn über einen längeren Zeitraum gepflegt wird, seien die Angehörigen übermäßig belastet. "Wer pflegt, muss mit den eigenen Kräften gut haushalten. In Krisensituationen und bei Belastung durch die Pflege gilt das gleiche Prinzip wie für Sauerstoffmasken im Flugzeug - nur wer sich zuerst selbst hilft, kann anderen helfen", rät Wolf.

Daten der Pflegekassen zeigen indes, dass Entlastungsangebote kaum genutzt werden. Eine Studie des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts der AOK Nordost (GeWiNo) hatte im November 2015 gezeigt, dass Verhinderungspflege nur in 14 Prozent aller Fälle beantragt wurde. Kurzzeitpflege beanspruchte demnach nur jeder zwanzigste Betroffene.

Foto: © js-photo - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Pflege , Pflegende Angehörige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Pflege

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Ein gutes Patientengespräch kann offenbar postoperative Schmerzen lindern. Das konnten Wissenschaftler jetzt in einer Studie zeigen. Je besser die Patienten in die Schmerztherapie einbezogen wurden, desto seltener wünschten sie zusätzliche Schmerzmittel.


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin