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17.05.2016, aktualisiert: 17.05.2016

Pflegeberufe benötigen mehr Anerkennung

Nach wie vor gibt es keine umfassenden Lösungen für den bevorstehenden Pflegenotstand. Darauf und auf weitere Belange der pflegenden Berufe machte der Internationale Tag der Pflegenden, der am 12. Mai 2016 stattfand, aufmerksam.
Internationaler Tag der Pflegenden

Am 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflegenden

Ohne die pflegenden Berufe würde unser Gesundheitssystem nicht bestehen. Und doch bekommen die Pflegeberufe nach wie vor nicht genügend Anerkennung, wie Experten kritisieren. Das schlägt sich in einer geringen Bezahlung nieder, und auch für Nachwuchskräfte scheinen Pflegeberufe wenig interessant zu sein. Darauf und auf die daraus resultierenden Probleme machte der Internationale Tag der Pflegenden (auch als Tag der Pflege / Krankenpflege bezeichnet), der jedes Jahr unter Federführung des International Council of Nurses (ICN) am 12. Mai stattfindet, aufmerksam. Weltweit finden dazu Aktionen und Informationsveranstaltungen statt.

Pflegeberufe haben eine umfassende Bedeutung für unsere Gesellschaft

Von der Geburt bis zum Sterbebett – Pflege spielt in allen Phasen menschlichen Lebens eine wichtige Rolle. Der ICN, ein Zusammenschluss von über 130 nationalen Pflegeberufsverbänden, definiert Pflege folgendermaßen: „Pflege umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie von Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen. Pflege schließt die Förderung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse, Förderung einer sicheren Umgebung, Forschung, Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Management des Gesundheitswesens und in der Bildung.“

Diese Definition zeigt, dass Pflegeberufe eine umfassende Bedeutung für unsere Gesellschaft haben. Sie tragen dazu bei, dass hilfsbedürftige Menschen in Würde ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Das erfordert viel Wissen, Erfahrung und Kommunikation, aber auch Empathie und Engagement. Doch die Anerkennung der pflegenden Berufe scheint nach wie vor gering zu sein, wie Kritiker anlässlich des Internationalen Tages der Pflege betonten.

 

Zahl der Pflegebedürftigen steigt

Auch der drohende und teilweise schon vorhandene „Pflegenotstand“ ist ein Thema, auf das der Tag der Pflegenden aufmerksam machte. Schätzungen zufolge wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2030 von heute 2,6 Millionen auf 3,4 Millionen steigen. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung werden dann allein in den Pflegeheimen rund 2,5 Millionen Pflegkräfte fehlen.

Der 12. Mai, das Datum des Tages der Pflegenden, geht auf den Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale (1820 – 1910) zurück. Die Tochter einer wohlhabenden Familie gilt als Pionierin der modernen Krankenpflege und wird in Großbritannien vor allem für ihr Wirken während des Krimkrieges verehrt. Dort ist sie auch unter der Bezeichnung Lady with the Lamp bekannt, da sie während ihrer Einsätze im Feldlazarett die Verwundeten häufig nur im Schein einer Petroleumlampe behandeln konnte.

Foto: Alexander Raths/Fotolia

Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Pflege
 

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