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Pflanzendrinks: Weniger Nährstoffe als Kuhmilch

Für Veganer oder für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten sind milchähnliche Pflanzendrinks eine willkommene Alternative zu Kuhmilch. Dies gilt vor allem bei Laktose-Intoleranz oder Milcheiweiß-Allergie. Was Mineralstoffe und Vitamine angeht, können Soja-, Reis- oder Mandeldrinks allerdings mit Kuhmilch kaum mithalten. Manche können allergische Reaktionen sogar selbst auslösen.
Vier Tetrapacks nebeneinander: Soja, Mandel, Hafer, Reisdrink

"Milchtüten" mit rein pflanzlichem Inhalt: Für Veganer oder Patienten mit Lebensmittelunverträglichkeiten oder -allergien können sie ein Ersatz für Kuhmilch sein - etwa im Kaffee.

Jeder dritte Deutsche hat mit irgendeiner Form von Lebensmittelunverträglichkeit zu kämpfen – Tendenz steigend. Kuhmilch enthält gleich mehrere Eiweiße, die Allergien auslösen können. Zugleich reagieren viele Betroffene gleich auf mehrere dieser Eiweiße allergisch: mit Rötungen oder Juckreiz auf der Haut, Schwellungen im Gesicht, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung. Die Laktose-Intoleranz macht sich vor allem durch Bauchbeschwerden wie Blähungen, Krämpfe oder Durchfall bemerkbar. Symptome können aber auch ganz anderer Art und unspezifisch sein: Chronische Müdigkeit gehört dazu, Gliederschmerzen, Schwindel, Herzrasen oder sogar depressive Verstimmungen. Mit der Menge der konsumierten Laktose nehmen die Symptome zu.

Laktose-Intoleranz bei 15 Prozent der Bevölkerung

Eine Laktose-Intoleranz liegt Schätzungen zufolge bei etwa 15 Prozent der Bevölkerung vor. 2,3 Prozent der Europäer gaben in einer Selbsteinschätzung an, allergisch gegen Milch zu reagieren. Ein Provokationstest ergab mit 0,6 Prozent allerdings eine deutliche niedrigere Rate. Kritische Stimmen sprechen angesichts dieser Zahlen zumindest bei der Laktose-Intoleranz von einer Art „Modekrankheit“. Umgekehrt gibt es auch Experten, die davor warnen, Milch in ihrer Gesundheitswirkung überzubewerten.

Soja-, Reis- oder Mandeldrinks sind populär und haben sich inzwischen ihren festen Platz in den Supermarktregalen erobert – bis hin zu den Discountern. Trotzdem oder gerade deshalb halten manche Experten es für hinterfragenswert, wie viele Menschen an eine gesunde Wirkung von Pflanzendrinks glauben, und bei wie vielen sie eine rationale Notwendigkeit oder Alternative zur Milchtüte darstellen.

 

Pflanzendrinks: „Auf die Zutatenliste schauen“

Klar ist: Die pflanzlichen Milchersatzgetränke sind vegan und laktosefrei. Aber: In Sachen Vitamine und Mineralstoffe können sie mit Kuhmilch offensichtlich nicht mithalten. "Pflanzendrinks sind eine Alternative für Veganer und für Menschen mit Laktose-Intoleranz oder Milcheiweiß-Allergie", sagt Sonja Schäche vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Aber für den, der Milch vertrage, gebe es keinen Anlass, auf Milch völlig zu verzichten, denn: Vitamine oder etwa Eiweiß steckten häufig kaum darin, Nährstoffe wie Kalzium oder Folsäure seien oft künstlich zugesetzt. Mitunter enthalten die Drinks Zucker und Verdickungsmittel. Nicht wenige Experten stehen solchen industriell gefertigten Lebensmitteln mit Skepsis gegenüber. "Der Verbraucher muss auf die Zutatenliste schauen", empfiehlt Monika Bischoff vom Berufsverband Oecotrophologie in der „Apotheken Umschau“. Hier ihre Analyse für den Endverbraucher:

Soja-, Reis- oder Mandeldrinks: Nährstoffvergleich mit Kuhmilch

Mandelmilch:

  • Mandelgehalt: meist nur 2 bis 10 Prozent
  • wenig Vitamine und Nährstoffe und Eiweiß
  • Fettgehalt: vergleichbar mit fettarmer (1,5 Prozent Fett) Kuhmilch

Sojamilch:

  • fast so viel Eiweiß wie Kuhmilch
  • oft nur rund 20 Prozent so viel Zucker
  • Achtung: Soja kann bei Birken- und Pollenallergikern Reaktionen auslösen

Reismilch:

  • enthält unter allen Milch-Alternativen die wenigsten Allergene
  • kein Eiweiß, kaum Fett
  • fast doppelt so viel Zucker wie Kuhmilch

Hafermilch:

  • viermal weniger Eiweiß und
  • mehr Zucker als Kuhmilch.

(Quelle: Monika Bischoff, Berufsverband Oecotrophologie/„Apotheken Umschau“)

Collage: GStB/zdr

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Hauptkategorie: Medizin
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