Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
17.09.2020

Pflanzenbetonte Ernährung senkt Krebs-Risiko

Eine vollwertige, pflanzenbetonte Ernährung kann das Krebs-Risiko senken. Zu diesem Ergebnis kommen Experten des World Cancer Research Fund und des American Institute for Cancer Research.
Gemüsekiste, Gemüse, Pflanzenkost

Pflanzliche Ernährung ist ein wichtiger Baustein in der Krebsprävention

Eine vollwertige, pflanzenbetonte Ernährung kann das Risiko einer Krebs-Erkrankung senken. Zu diesem Ergebnis kommt der dritte Expertenbericht des World Cancer Research Fund und des American Institute for Cancer Research. Das meldet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Krebs, gleichzeitig steigt die Zahl der Übergewichtigen und Adipösen. Eine hohe Körperfettmasse kann das Risiko für eine Krebserkrankung erhöhen, beispielsweise durch eine gesteigerte Produktion entzündlicher Botenstoffe oder eine verstärkte Bildung schädlicher Substanzen. Wichtiges Ziel in der Krebsprävention ist es, ein normales Körpergewicht zu erreichen oder zu erhalten.

Ernährung insgesamt ist wichtiger als einzelne Nährstoffe

Die aktuelle Datenanalyse zeigt, dass für die Krebsentstehung weder einzelne Lebensmittel oder Nährstoffe noch Nahrungsergänzungsmittel von Bedeutung sind. Vielmehr entscheidet das Zusammenspiel aus Ernährung - ein möglichst günstiges Ernährungsmuster - und körperlicher Aktivität darüber, ob sich eine mehr oder weniger krebsfördernde Stoffwechsel-Situation bildet.

 

Pflanzenbetonte Ernährung senkt Krebs-Risiko

Eine pflanzenbetonte Ernährung senkt das Krebs-Risiko. Die Basis einer krebspräventiven Ernährung sollten laut WCRF Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte wie Bohnen bilden. Vollkornprodukte können zum Schutz vor Dickdarmkrebs beitragen. Ballaststoffe helfen, das Risiko für eine Gewichtszunahme, Übergewicht und Adipositas zu senken.

Die DGE empfiehlt, jeden Tag mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst zu verzehren, da sie dem Körper wichtige Nährstoffe bei gleichzeitig niedrigem Energiegehalt liefern. Hülsenfrüchte lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam steigen und liefern hochwertiges pflanzliches Protein, B-Vitamine sowie wichtige Mineralstoffe.

Spazierengehen und Stillen sind wichtig

Die WCRF-Daten zeigen auch, dass körperliche Aktivität zum Schutz vor mehreren Krebsarten beiträgt: Schon Spazierengehen kann vor Gewichtszunahme, Übergewicht und Adipositas schützen. Längere Bildschirmzeiten sowie ein sitzender Lebensstil sind kontraproduktiv.

Mütter können ihr Brustkrebsrisiko senken, indem sie ihr Kind stillen. Das Stillen hilft auch, Kinder später vor einer übermäßigen Gewichtszunahme, Übergewicht und Adipositas zu schützen.

Weniger Fastfood und rotes Fleisch

Die Datenauswertung des WCRF bestätigt, dass Fastfood, das meist viel Energie, Fett und/oder Zucker enthält, die Gewichtszunahme, Übergewicht und Adipositas fördern und damit das Krebsrisiko erhöhen kann. Auch der Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch wie Wurst und Fleischwaren kann das Risiko für Dickdarmkrebs erhöhen, möglicherweise bereits in geringen Mengen.

Der WCRF rät, den Verzehr von rotem Fleisch auf maximal 350 bis 500 Gramm pro Woche zu beschränken und wenn überhaupt nur sehr kleine Mengen an Fleischwaren zu verzehren. Das deckt sich weitgehend mit der Empfehlung der DGE, wöchentlich nicht mehr als 300 bis 600 g Fleisch und Wurst zu essen.

Rezepte zum Nachkochen beim DKFZ

Häufig und in großen Mengen konsumierte zuckergesüßte Getränke können sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen eine Ursache für Gewichtszunahme, Übergewicht und Adipositas sein. Alkoholkonsum ist an der Entstehung vieler Krebsarten beteiligt. Bereits geringe Mengen können das Risiko für Krebs erhöhen. Die Art des Alkohols spielt dafür keine wesentliche Rolle.

Passend zum Motto der diesjährigen Krebspräventionswoche vom 14. bis 18. September ("Prävention ist machbar") hat das Deutsche Krebsforschungszentrum auf seiner Seite dkfz.de gesunde Rezepte zum Nachkochen eingestellt.

Foto: Adobe Stock/ink drop

Foto: ©ink drop - stock.adobe.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Krebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ernährung

Wer sich vegan ernährt, hat ein erhöhtes Risiko für einen Jodmangel. Darauf deuten Ergebnisse eines Forschungsprojekts des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hin. Darin haben Wissenschaftler Risiken und Vorteile einer von Tierprodukten völlig freien Ernährung untersucht.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Gesundheitsversorgung findet immer um die Ecke statt. Entschieden und geregelt wird aber immer mehr in bürgerfernen Krankenhaus- oder Kassenzentralen oder von der Politik in den Hauptstädten von Bund und Ländern. Bei einer Podiumsdiskussion auf dem Demografiekongress in Berlin fanden überraschend viele Teilnehmer, dass das nicht die Zukunft sein kann.


Die Angst vor Spinnen gehört zu den häufigsten Phobien. Eine neue App aus der Schweiz soll Abhilfe schaffen. In einer Studie habe sich die Augmented-Reality-App bereits bewährt, teilen die Entwickler von der Universität Basel mit.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin