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05.05.2017

Personalisiertes Training bei Brustkrebs sinnvoll

Mehrere Studien konnten bereits zeigen, dass Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, von sportlicher Betätigung profitieren. Allerdings sollte das Training personalisiert, also den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen angepasst sein.
Training bei Brustkrebs

Bei Brustkrebs-Patientinnen ist ein individuelles Trainingsprogramm am wirkungsvollsten

Krebs-Experten sind sich heute darin einig, dass die meisten Patienten mit einer Krebserkrankung durch sportliche Aktivitäten profitieren. Dies gilt offenbar besonders für Brustkrebs-Patientinnen. Ungeklärt war bisher jedoch, welches Training für welche Patientengruppen am sinnvollsten ist. Im Rahmen einer Studie mit Brustkrebs-Patientinnen konnte der Sportwissenschaftler Dr. Freerk Baumann vom Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) an der Universitätsklinik Köln nun nachweisen, dass der Schlüssel für nachhaltig positive Effekte in der Personalisierung des Trainings liegt. Die Studienergebnisse wurden im internationalen Fachmagazin Supportive Care in Cancer veröffentlicht.

Personalisiertes Training oder Standard-Reha?

An der Studie, die in Kooperation mit den Reha-Zentren Bad Kissingen und Bad Mergentheim sowie der Deutschen Sporthochschule Köln durchgeführt wurde, nahmen 194 Patientinnen mit Brustkrebs teil. 111 Probandinnen erhielten dabei ein speziell auf sie zugeschnittenes dreiwöchiges Training in einer Rehabilitationsklinik. Anschließend wurde diese Gruppe nach jeweils vier beziehungsweise acht Monaten noch einmal für eine Woche stationär aufgenommen und erhielt zusätzlich eine auf sie persönlich zugeschnittene Empfehlung für das Training zu Hause. Darin wurde beispielsweise berücksichtigt, welche sportlichen Vorlieben oder Gewohnheiten jede einzelne Patientin hat oder welche Trainingsmöglichkeiten vor Ort bestehen. Auch Kontakte zu lokalen Krebssportgruppen wurden hergestellt.

Die Kontrollgruppe mit 83 Patientinnen erhielt eine leitliniengerechte Standard-Reha ohne weitere Betreuung oder Anleitung, was der heute gängigen Rehabilitationspraxis für Brustkrebs-Patientinnen entspricht. Alle Teilnehmerinnen wurden im Laufe der Studie insgesamt fünfmal befragt: das erste Mal vier Monate nach Beginn der Intervention und das letzte Mal zwei Jahre danach. Dabei ging es um die Klärung von zwei Fragestellungen: Gibt es einen Unterschied der Gruppen in Bezug auf ihr körperliches Bewegungsverhalten und ist ein Zusammenhang mit dem Auftreten typischer Nebenwirkungen wie zum Beispiel Müdigkeit (Fatigue-Syndrom) nachweisbar.

 

Individuell ausgerichtetes Training verbessert Lebensqualität deutlich

Wie sich zeigte, wiesen die Gruppen bei den Antworten auf beide Fragen signifikante Unterschiede auf. So konnte bei den Patientinnen, die ein personalisiertes Trainingsprogramm erhalten hatten, eine deutliche Verbesserung des körperlichen Aktivitätsniveaus über zwei Jahre festgestellt werden, während es bei der Kontrollgruppe nur geringe Verbesserungen gab. Auch das Fatigue-Syndrom wurde in der Gruppe mit dem personalisierten Training signifikant reduziert und die gesundheitsbezogene Lebensqualität konnte insgesamt gesteigert werden.

In einem nächsten Schritt will Baumann die gewonnenen Erkenntnisse nun auf die realen Trainingspläne für Patientinnen mit Brustkrebs übertragen: „Wir wissen jetzt: Wenn wir optimale und damit nachhaltige Effekte einer Bewegungstherapie erreichen wollen, dann müssen die Angebote personalisiert gestaltet werden. Darüber hinaus zeigt diese Studie einmal mehr, dass eine Reha wirkungsvoll und unverzichtbar ist – wenn sie denn richtig angewendet wird. Dahingehende Anpassungen im Rehabilitationssystem sind aus unserer Sicht notwendig.“

Foto: © Kzenon - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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