Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Personalisierte Therapie beim Lungenkrebs macht Fortschritte

Mit molekulargenetischen Diagnoseverfahren ist es einem internationalen Forscherverbund gelungen, die Überlebenschancen von Lungenkrebspatienten beachtlich zu erhöhen. Je nach Tumorart verdreifachte sich die Überlebensrate sogar.
Personalisierte Therapie beim Lungenkrebs macht Fortschritte

Spezifischere Diagnostik erlaubt beim Lungenkrebs eine spezifischere Therapie

Es sind gute Nachrichten für Lungenkrebspatienten, die ein internationaler Forscherverbund mit Beteiligung des Centrums für Integrierte Onkologie Köln/Bonn (CIO) dieser Tage im Fachmagazin „Science Translational Medicine“ meldet. Demnach haben sich die Überlebenschancen von Lungenkrebspatienten erheblich verbessert. Der Grund: Die Tumore wurden mittels Gentests klassifiziert wurden und die Patienten erhielten daraufhin eine noch maßgeschneiderte Therapie als es zuvor der Fall war. Am meisten profitierten Patienten, deren Tumoren sogenannte EGFR-Mutationen oder ALK-Translokationen aufwiesen. In dieser Gruppe verdreifachte sich die Überlebensrate sogar, teilen die Autoren um CIO-Vorstand Prof. Dr. Reinhard Büttner mit.

Beim Lungenkrebs gibt es mehr Untergruppen als bislang angenommen

Allein am Centrum für Integrierte Onkologie Köln/Bonn wurden nachträglich die Lungentumoren von mehr als 6.000 Patienten mit modernsten molekulargenetischen Diagnoseverfahren erneut untersucht. In mehr als der Hälfte aller Tumorproben konnten die Wissenschaftler die ursprüngliche Diagnose ergänzen oder den Tumor sogar in eine andere Untergruppe einordnen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass es weitaus mehr Untergruppen von Lungentumoren gibt, als bisher angenommen“, erläutert Prof. Dr. Reinhard Büttner. „Von dieser Erkenntnis profitieren die Betroffenen: Wir können nun eine viel genauere Diagnose stellen und so die Behandlung stärker auf den Patienten maßschneidern.“

Bisher wurden histologische Verfahren eingesetzt, um Lungentumore zu klassifizieren.  Durch die Molekulargenetische Diagnostik können Lungentumoren nun in weitere Untergruppen eingeteilt werden, was die Therapiemöglichkeiten erheblich erweitert.

 

Spitzenzentrum arbeitet im Netzwerk mit niedergelassenen Onkologen

Gleichzeitig habe man bei der Entwicklung von zielgerichteten Medikamenten große Fortschritte gemacht. Zielgerichtete Medikamente hemmen zum Beispiel bestimmte tumorspezifischen Signalwege und sind neben der molekulargenetischen Diagnostik die entscheidende Voraussetzung, um Patienten maßgeschneidert (personalisiert) therapieren zu können. „Wir konnten unterstreichen, wie wichtig die Krebsdiagnose mittels moderner gentechnischer Verfahren ist“, sagt Büttner. „Zukünftig sollte die Genom-basierte Diagnose als wichtige Ergänzung zum histologischen Verfahren Einzug in die klinische Praxis halten.“

Im Rahmen des Netzwerks Genomische Medizin kooperierte das CIO Zentrum mit zahlreichen Krankenhäusern und niedergelassenen Onkologen in Nordrhein-Westfalen. „Nur die Förderung der Deutschen Krebshilfe und die dadurch aufgebauten Strukturen haben uns die Implementierung der Verfahren ermöglicht“, so Büttner. Das CIO ist eines der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Onkologischen Spitzenzentren.

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Lungenkrebs , Genmutation , Gentest
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenkrebs

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Wie kann man die Überlebenschancen bei Bauchfellkrebs verbessern? Die Expertin Professor Beate Rau, Leiterin des Peritonealkarzinosezentrums der Charité, berichtet über eine neue Kombinationstherapie gegen Bauchfellkrebs und wie Patienten davon profitieren können.
 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin