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Periphere arterielle Verschlusskrankheit – Das sind die Anzeichen

Schmerzen beim Gehen und schlecht heilende Wunden: Oft werden die ersten Anzeichen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) nicht ernst genommen. Doch eine frühe Diagnose und Behandlung ist wichtig, um schwerwiegende Folgen zu verhindern.
pAVK

Wer beim Laufen wegen Schmerzen in den Beinen häufig stehen bleiben muss, sollte an eine pAVK denken

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch bekannt als Schaufensterkrankheit, wird oft unterschätzt. Dabei können die Folgen schwerwiegend sein. Denn Patienten, die an einer pAVK lei­den, haben ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlagan­fall. Zudem drohen Amputationen. Eine frühe Diagnose ist daher besonders wichtig. Doch viele Menschen kennen die Symptome nicht oder nehmen sie nicht ernst.

Schmerzen beim Gehen und schlecht heilende Wunden

Jeder fünfte Deutsche über 65 Jahren leidet an der Durchblutungsstörung in den Beinen. Ursache ist eine Arteriosklerose. Durch Engpässe oder Verschlüsse im Gefäß wird der Blutfluss behindert und die betroffenen Körperteile werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Als Schaufensterkrankheit wird die pAVK bezeichnet, weil Betroffene sich durch die Beinschmerzen gezwungen sehen, beim Gehen immer wieder stehen zu bleiben.

Typisch für die pAVK ist es, dass sich stets nach der gleichen Gehstrecke, zum Beispiel nach 200 Metern, Schmerzen in der gleichen Muskelgruppe zeigen – also beispielsweise in der Wade oder im Oberschenkel. In diesem Fall ist eine Durchblutungsstörung der Arterien und das Vorliegen der Schaufensterkrankheit wahrscheinlich.

Weitere Symptome können schlecht oder nicht heilende Wunden, unterschiedliches Wachstum der Zehen­nägel an linkem und rechtem Fuß sowie fehlender Haarwuchs am Schienenbein sein. Auch eine erektile Dysfunk­tion kann in manchen Fällen das erste Symptom einer pAVK sein. Ein weiterer Hinweis kann eine trockene, kühle, bleiche und marmoriert aussehende Haut sein.

 

Amputationen verhindern

Als Therapie wird neben der Blutverdünnung mit einem Thrombozyten­aggregationshemmer gegebenfalls die Einnahme von Blutdruck- und Blutfettsenkern empfohlen. Wichtig ist zudem eine gesunde Ernährung, körperliche Bewegung, Gewichtreduktion sowie der Verzicht aufs Rauchen. Ein strukturiertes Gehtraining gehört ebenfalls zur Behandlung.

Wird die Therapie konsequent durchgeführt, kann in der überwiegenden Zahl der Fälle eine Amputation von Zehen, Unter- oder Oberschenkel verhindert werden. Bei einem akuten Verschluss muss der Patient sofort in einem Krankenhaus notfallmäßig behandelt werden.

Früherkennung bei pAVK wichtig

Wichtig für den Behandlungserfolg ist in jedem Fall die Früherkennung. Das betont auch Dittmar Böckler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäß­chirurgie und Gefäßmedizin (DDG), anlässlich der 35. Jahrestagung der DDG. Er moniert, dass die pAVK häufig unterschätzt wird.

Patienten mit Risikofaktoren – das sind vor allem Männer in höherem Alter, Raucher oder Ex-Raucher, Personen mit Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck – sollten dazu rechtzeitig mit Ultraschall untersucht werden. Die wichtigste Technik zur Früherkennung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit ist die Untersuchung der Fußpulse und eine Doppler-Druckmessung an den Arterien an Arm und Knöchel, so Böckler. Damit wird der Knöchel-Arm-Index oder Ankle-Brachial-Index (ABI) bestimmt. Liegt der ABI-Wert unter 0,9, gilt die Diagnose pAVK als gesichert.

Foto: © Yakobchuk Olena - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
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