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30.10.2016

Pembrolizumab nun auch für Lungenkrebs zugelassen

Nach durchschlagenden Erfolgen beim Melanom wurde Pembrolizumab vor zwei Monaten auch für das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom zugelassen. In der zulassungsrelevanten Studie konnte das Gesamtüberleben um bis zu neun Monate verlängert werden.
Pembrolizumab verspricht ein längeres Überleben bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

Pembrolizumab verspricht ein längeres Überleben bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

Im August hat Pembrolizumab die europäische Zulassung für die Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) erhalten. Seither können auch in Deutschland Lungenkrebspatienten mit dem PD-L1-Inhibitor behandelt werden. Voraussetzung ist, dass der Tumor trotz Chemotherapie fortschreitet und PD-L1 exprimiert. Patienten mit EGFRA- oder ALKB-positiven Tumormutationen sollten bereits eine für diese Mutation zugelassene Therapie erhalten haben, bevor eine Behandlung mit Pembrolizumab (Handelsname Keytruda) begonnen wird. Das NSCLC stellt mit rund 85 Prozent aller Fälle die häufigste Art des Lungenkarzinoms dar. Die Therapie mit Pembrolizumab erfolgt alle drei Wochen per Infusion.

Überlebensvorteil gegenüber Chemotherapie

Ausschlaggebend für die Zulassung war die KEYNOTE-010 Studie, die zeigte, dass Pembrolizumab das Gesamtüberleben gegenüber der traditionellen Chemotherapie mit Docetaxel signifikant verlängert. Insbesondere Patienten mit hoher PD-L1-Tumorexpression (TPS ≥ 50 %) profitierten: Sie lebten maximal neun Monate länger als Patienten, die eine Chemotherapie erhalten hatten (17,3 versus 8,2 Monate). Bei geringer PD-L1-Tumorexpression (TPS ≥ 1%) betrug der maximale Überlebensvorteil vier Monate (12,7 Monate versus 8,5 Monate).

Die Präsidentin der Patientenorgansation „Lung Cancer Europe“ Stefania Vallone bezeichnete die Zulassung als Meilenstein für Lungenkrebspatienten. „Wir freuen uns sehr, dass uns in der Europäischen Union ab sofort eine neue Therapieoption für bestimmte Patienten mit nicht-kleinzelligem fortgeschrittenem Lungenkarzinom mit PD-L1 exprimierenden Tumoren zur Verfügung steht, die zuvor nicht auf eine Chemotherapie angesprochen haben“, sagte sie.

 

Pembrolizumab bei weiteren Krebserkrankungen im Test

Pembrolizumab war 2014 bereits zur Behandlung des maligen Melanoms in den USA zugelassen worden, ein Jahr später in Europa. Derzeit wird die neue Immuntherapie aus dem Hause Merck bzw. MSD Sharp Dome bei einer ganzen Reihe weiterer Krebserkrankungen getestet. Dazu zählen Kopf-Hals-Tumore, Harnblasenkarzinom, Magenkarzinom, Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Hodgkin-Lymphom, multiples Myelom und andere Tumoren.

Der Antikörper verstärkt die Fähigkeit des Immunsystems, Tumorzellen zu entdecken und zu bekämpfen, indem er die Wechselwirkung zwischen PD-1 und dessen Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert. Durch die Blockade werden die natürlichen Bremsen des Immunsystems gelöst und somit die T-Lymphozyten aktiviert.

© Gerhard Seybert - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
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