. Periphere arterielle Verschlusskrankheit

PAVK bei älteren Patienten oft zu spät erkannt

Schmerzen in den Beinen zwingen zum Stehenbleiben: Rund 4,5 Millionen Deutsche leiden an Durchblutungsstörungen in den Extremitäten, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). Bei älteren Patienten wird diese oft zu spät erkannt, warnt die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie.
Bei der PAVK führen Durchblutungsströrungen zu Schmerzen in den Beinengen zu r

Die PAVK wird bei Älteren oft spät erkannt

Sie wirkte mit an der neuen S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der PAVK, an der 23 Fachgesellschaften unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie beteiligt waren. Neu sind dabei unter anderen erweiterte Therapiemöglichkeiten durch katheterinterventionelle Verfahren.

Die PAVK - auch Schaufensterkrankheit genannt - ist eine Krankheit des Alters, betont Dr. Christoph Ploenes, Chefarzt der Klinik für Angiologie am Dominikus-Krankenhaus Düsseldorf, der an der Leitlinie mitwirkte. Alter sei ein unabhängiger Risikofaktor, führt Ploenes weiter aus. Die Inzidenz der PAVK erreicht bei über Achzigjährigen über 20 Prozent.

PAVK bei älteren Patienten besonders riskant

Geriatrische Patienten seien nicht nur alt, sondern reagierten auf Stress- und Krankheitseinflüsse mit deutlich reduzierter Anpassungsfähigkeit. Die PAVK sei zudem eine Marker-Erkrankung, die auf eine drastisch erhöhte Wahrscheinlichkeit für gefährdende Begleiterkrankungen, vor allem für die koronare Herzkrankheit und den Schlaganfall, hinweise.

Gerade bei geriatrischen Patienten ist die Behandlung schwierig, da Symptome oft spät erkennbar sind. Die Stadien der PAVK seien schwerer zu beobachten oder fehlten gänzlich, da sich der Aktionsradius und das Aktivitätslevel betagter Menschen oft auch aufgrund des normalen Alterungsprozesses verringere.

 

Bei eindeutigen Symptomen oft schon Bein bedroht

Dies gelte in gesteigertem Maße für geriatrische Patienten. Beim Auftreten eindeutiger Symptome liege daher nicht selten bereits eine akute Beinbedrohung vor. Im Extremfall könne dies sogar zur Amputation der Beine führen.

Auch könne man vorbeugend großen Schaden von geriatrischen Patienten abwenden, wenn das Vorliegen einer PAVK rechtzeitig erkannt werde, zum Beispiel vor geplanten Operationen oder in der Pflege bei der Lagerung. Bei Bettlägrigkeit ist sonst das Risiko von Druckläsionen wie Fersennekrosen erhöht. Umgekehrt kann eine unerkannte PAVK nach Eingriffen an Fuß oder Unterschenkel Wundheilungsstörungen nach sich ziehen, heißt es in der Leitlinie.

Nach einem etwaigen invasiven Eingriff zur Therapie der PAVK habe sich gezeigt, dass eine geriatrische (Früh)-Rehabilitation die Senkung der Mortalität, die Besserung des funktionellen Outcomes sowie eine Reduktion der Pflegeheim-Einweisungen bewirkt.

Foto: WavebreakMediaMikro

Autor: red
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Periphere arterielle Verschlusskrankheit
 

Weitere Nachrichten zum Thema Periphere arterielle Verschlusskrankheit

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Mitte Mai erwarten Virologen eine Coronapatientenwelle und damit die erste Belastungsprobe für das deutsche Gesundheitssystem. Nach Aufrufen von Politik und Universitäten haben Tausende Medizinstudenten ihre Bereitschaft signalisiert, in die Bresche zu springen. Aber wo? In Deutschland gibt es fast 2.000 Krankenhäuser. Auf einer Internet-Plattform können Freiwillige und Einrichtungen jetzt zueinanderfinden.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.