. IQTiG

Patientensicht stärker in den Vordergrund rücken

Bei der Qualitätsorientierung im Gesundheitswesen soll der Erfahrung von Patienten mehr Bedeutung eingeräumt werden. Das hat das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) angekündigt.
Patientenperspektive immer wichtiger

Das IQTiG will die Erfahrungen von Patienten ernster nehmen

Seit Anfang 2016 arbeitet das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) an Maßnahmen zur Qualitätssicherung und zur Dokumentation der Versorgungsqualität im Gesundheitswesen. Nun will das IQTiG die Qualitätsorientierung grundsätzlich neu aufrollen. Institutsleiter Dr. Christof Veit hatte beim diesjährigen Nationalen Schmerzforum angekündigt, dafür den Perspektiven der Patienten zukünftig mehr Bedeutung einzuräumen. Auch soll eine zentrale Anlaufstelle geschaffen werden, um den Belangen der Patienten noch mehr Gehör zu schenken.

Einschätzung von Behandlungsergebnissen oft unterschiedlich

„Bislang bilden wir die Versorgung nur aus Sicht der Berufsgruppen ab“, so Veit. Das soll sich nun ändern. Die Erfahrungen der Patienten sollen dabei nicht nur als subjektiver Faktor „Zufriedenheit“ abgebildet werden. Vielmehr sollen die Patienten detailliert nach dem Verlauf und den Ergebnissen der Behandlung befragt werden. Denn bisher werden beispielsweise Operationen als gelungen bewertet, obwohl der Patient unter Umständen unter starken Nachwirkungen wie Schmerzen oder Taubheit leidet.

Daher sollen künftig Patientenbefragungen bei verpflichtenden Qualitätssicherungsverfahren eine zentrale Rolle spielen. So hat das IQTiG im April 2016 vom G-BA den Auftrag erhalten, erstmals eine Patientenbefragung für das sektorenübergreifende Verfahren „Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie“ (PCI) zu entwickeln. Dies betrifft Untersuchungen und Eingriffe an den Herzkranzgefäßen bei Patientinnen und Patienten, bei denen ein Herzinfarkt droht oder akut abgewendet werden soll. PCI ist das erste Qualitätssicherungsverfahren, das sowohl für niedergelassene Fachärzte als auch für Krankenhäuser verpflichtend ist. Es stützt sich bislang auf die Dokumentation der Versorger und die Sozialdaten bei den Krankenkassen. Bis Mitte 2018 soll das IQTiG einen standardisierten Fragebogen vorlegen.

 

Mehr Transparenz für die Öffentlichkeit

Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen wurde am 9. Januar 2015 gegründet, um für die Messung und Darstellung der Versorgungsqualität möglichst sektorenübergreifende Maßnahmen zu entwickeln. Die Ergebnisse der Qualitätssicherungsmaßnahmen sollen in allgemein verständlicher Form veröffentlicht werden. Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Versorgungsqualität von Patienten und eine größere Transparenz für die Öffentlichkeit. Die Krankenkassen sind verpflichtet, dem als private Stiftung organisierten Institut dafür pseudonymisierte Routinedaten zu liefern.

Foto: © mangostock - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Gesundheitspolitik , Gesundheitssystem , Qualität , Qualitätssicherung , Qualitätsbericht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Qualität im Gesundheitswesen

| Die Qualität von Krankenhäusern soll künftig auch die Vergütung beeinflussen. Zu großer Sorgfalt bei der Einführung der qualitätsorientierten Vergütung von Kliniken mahnt die Unternehmensberatung Roland Berger in einer aktuellen Studie. Sie fordert neue Mess- und Managementsysteme für Krankenhausqualität.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wird sie nicht rechtzeitig erkannt, endet eine Sepsis in der Regel tödlich. Die Schwierigkeit liegt jedoch darin, dass die Anzeichen einer Sepsis häufig den Symptomen von harmlosen Infektionskrankheiten ähneln. Dennoch gibt es Hinweise für eine Sepsis, die mit den richtigen diagnostischen Maßnahmen zu erkennen sind.
Auffällig viele Leistungssportler nehmen Asthma-Medikamente ein. Eine Studie der Uni Ulm untersucht jetzt, ob die Sprays nicht doch eine Doping-ähnliche Wirkung haben. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) finanziert die Ulmer Studie mit 315.000 Dollar.
. Top-Termine
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.