. E-Health / Digitalisierung im Gesundheitswesen

Patienten sind offen für digitale Gesundheitsservices

Beschäftigte begrüßen digitale Gesundheitsservices, wünschen sich aber, dass sie über ihre Gesundheitsdaten selbst bestimmen können. Das hat eine Umfrage des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) ergeben.
Patienten begrüßen digitale Gesundheitsservices

Patienten am Drücker: Sichere E-Health-Services sind erwünscht.

Vier von fünf Befragten (79%) gaben demnach an, dass es für sie wichtig ist, selbst bestimmen zu können, welche anderen Personen oder Institutionen die persönlichen Gesundheitsdaten einsehen können. 82 Prozent finden es genauso wichtig, dass ihre persönlichen Gesundheitsdaten vor Missbrauch geschützt werden. Immerhin jeder Dritte (33%) äußerte aber Zweifel daran, dass aktuell schon genug für den Schutz persönlicher Gesundheitsdaten vor Missbrauch durch Dritte getan wird.

Dennoch würden nur wenige darauf verzichten, digitale Serviceangebote zu nutzen. Der Kassenverband schlug in der Befragung elf verschiedene Serviceangebote vor. Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, dass sie keines davon nutzen würden. Am beliebtesten waren die digitale Übermittlung von Meldungen an die Krankenkassen (58%), digitale Erinnerungen an Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen (43%) und eine digitale Gesundheitsakte mit allen Untersuchungsergebnissen, die die Befragten selbst verwalten können (41%).

Frauen sind offener für digitale Gesundheitsservices als Männer

Der BKK Dachverband hat für seinen Gesundheitsreport insgesamt 3000 Beschäftigte nach ihrer Einstellung zur Digitalisierung im Gesundheitswesen gefragt. Interessant ist aus Sicht des Kassenverbandes, dass Frauen den Services offener gegenüberstehen als Männer. So zeigten zum Beispiel 48 Prozent der Frauen aber nur 39 Prozent der Männer Interesse an der digitalen Erinnerungsfunktion für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen.

Logisch erscheint dagegen, dass unter Jüngeren die Akzeptanz digitaler Angebote größer ist als bei Älteren. So gaben 32 Prozent der unter 30-Jährigenan, dass sie Online-Coachs als Unterstützung für einen gesunden Lebensstil nutzen würden. Unter allen Befragten lag der Durchschnitt bei 20 Prozent.

 

Kranke würden digitale Gesundheitsservices mehr nutzen als Gesunde

„Die Nutzungsbereitschaft hängt auch davon ab, ob die jeweilige Person viele Krankheiten hat“, so der BKK-Dachverband weiter. Befragte, die mehr als vier Erkrankungen im Lauf des letzten Jahres angegeben haben, würden demnach am meisten digitale Service-Angebote nutzen. Von ihnen würden 72 Prozent die digitale Meldung an die Krankenkasse nutzen und 62 Prozent Erinnerungsfunktionen für Vorsorge und Impfungen.

Der Onlinebehandlung von Krankheiten stehen 31 Prozent der Befragten aus dieser Gruppe offen gegenüber. Unter allen Befragten gaben nur 20 Prozent an, dass sie solche Möglichkeiten etwa bei psychischen Beschwerden, Diabetes oder Tinnitus nutzen würden.

Gleichzeitig scheint mit der Zahl der Erkrankungen und der Bereitschaft zur Nutzung digitaler Services auch die Bedeutung zu wachsen, die die Befragten dem Thema Datenschutz und Datenhoheit zumessen. Rund 90 Prozent der Befragten mit mehr als vier Erkrankungen betrachten das Thema als wichtig. 46 Prozent von ihnen vertreten die Ansicht, dass aktuell nicht genug für den Datenschutz getan werde. Unter den Befragten ohne Erkrankungen stimmten nur 28 Prozent dieser Aussage zu.

Foto: Zerbor – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: E-Health , Patientenrechte , Krankenkassen
 

Weitere Nachrichten zum Thema digitale Gesundheitsservices

| Die elektronische Gesundheitskarte wurde eingeführt, um darauf alle medizinisch relevanten Daten des Patienten zu speichern. Die Pläne gerieten ins Stocken. Die Krankenkassen AOK und TK machen nun einen eigenen Vorstoß und testen die digitale Patientenakte.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wie wir Dinge bewerten, hängt nicht nur von tatsächlichen Erlebnissen zusammen. Auch reine Vorstellungen können unsere Einstellung verändern. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften gezeigt.
Seit Jahren hält sich das Gerücht, dass Impfungen das Risiko für Multiple Sklerose (MS) erhöhen. Forscher konnten nun in einer groß angelegten Studie diesen Verdacht entkräften. Es zeigte sich, dass sich Personen, die später eine MS entwickelten, in den Jahren zuvor sogar seltener impfen ließen.
Der plötzliche Herztod kann jeden treffen. Junge Sportler sind da keine Ausnahme. Meistens steckt eine unerkannte Herzerkrankung oder eine verschleppte Myokarditis dahinter.
. Top-Termine
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Französische Friedrichstadtkirche (Französischer Dom) | Gendarmenmarkt 5 | 10117 Berlin (Mitte)
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.