Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
17.08.2021

Patienten mit subklinischer Schilddrüsenunterfunktion auf Atherosklerose testen

Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion das Risiko für Atherosklerose erhöht, die Halsschlagader ist öfter verdickt. Daher sollten die Patienten getestet werden.
Eine subklinische Hypothyreose begünstigt Gefäßverengungen

Schilddrüsenhormone beeinflussen das Herz-Kreislauf-System, aber die Mechanismen sind noch nicht eindeutig geklärt. Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) das Risiko für Atherosklerose erhöht, die Halsschlagader (Karotis) ist öfter verdickt.

Bei der subklinischen Hypothyreose produziert die Schilddrüse zwar ausreichend Hormone (T3 und T4), jedoch wird vermehrt TSH freigesetzt. Die Patienten sind in der Regel beschwerdefrei. Ein Fünftel der älteren Frauen ist laut der Studienautoren davon betroffen.

Dicke der Halsschlagader gemessen

Das Team um Maida Seferovic Saric vom Zabok General Hospital and Hospital of Croatian Veterans untersuchte 100 Frauen im Alter von 30 bis 70 Jahren, die in zwei Gruppen eingeteilt wurden: Patientinnen mit einer subklinischen Schilddrüsenunterfunktion und die Kontrollgruppe mit regulärer Schilddrüsenfunktion (euthyreot).

Die Intima-Media-Dicke (IMT) der Karotis wurde mit Ultraschall bestimmt und ihre Korrelation mit den Konzentrationen von fT4, TSH, CRP im Serum sowie die Blutfettwerte einschließlich des kleinen dichten LDL-Cholsterins (sdLDL) analysiert.

 

Subklinische Schilddrüsenunterfunktion und Atherosklerose

Ergebnis: Probanden mit subklinischer Schilddrüsenunterfunktion hatten in allen drei gemessenen Segmenten der rechten und linken Halsschlagader im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant erhöhte Dicke - also Atherosklerose - verbunden mit einem signifikant häufigeren Auftreten von Plaque (25 Prozent versus 9 Prozent). Insgesamt erhöhten das Alter, höheres LDL-Cholesterin und höhere TSH-Werte das Risiko für eine Verdickung beziehungsweise Verengung und Versteifung der Halsschlagader.

Fazit: Menschen, die frühe, subklinische Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion aufweisen, sollten wegen der erhöhten kardio-vaskulären Risiken regelmäßig auf die Entwicklung einer Atherosklerose der Halsschlagader getestet werden. Die Studie erschien im Fachmagazin Romanian Journal of Internal Medicine.

Foto: Adobe Stock/peterschreiber.media

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Atherosklerose , Cholesterin , Schilddrüse , Hormone
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schilddrüse

24.04.2016, aktualisiert: 23.01.2020

Allerweltsymptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Verstopfung können Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sein. Auch Kinder können daran leiden. Der Mangel an Schilddrüsenhormonen kann zu bleibenden Schäden am Herzen oder zu Halluzinationen führen und gehört deshalb unbedingt behandelt.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Das Getreide-Eiweiß Gluten verursacht bei Personen mit entsprechender Veranlagung chronische Magen-Darm-Probleme. Ein Medikament gegen die als „Zöliakie" bezeichnete Krankheit gibt es bisher nicht. Einzige Therapie: der völlige Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel – und zwar lebenslang. Beim Einkaufen muss man aufpassen – und immer das Kleingedruckte lesen.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin