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Patienten mit Osteoporose künftig besser versorgt

Patienten mit einer medikamentös behandlungsbedürftige Osteoporose werden künftig besser versorgt: Sie könne an einem strukturierten Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programm) teilnehmen.
Sturz, Schwindel, Seniorin

Stürze sind für Patienten mit Osteoporose ein großes Risiko

Patienten, bei denen eine medikamentös behandlungsbedürftigen Osteoporose diagnostiziert wurde, werden künftig besser versorgt. Sie können an einem strukturierten Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programm, DMP) teilnehmen. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).

Wie auch bei anderen DMP spielt die Aufklärung der Patienten über die Erkrankung sowie über lebensstilbezogene Einflussfaktoren wie Ernährung und Bewegung eine besondere Rolle. Wissenschaftliche Grundlage des neuen DMP bildet die Leitlinienrecherche des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Vor allem Frauen leiden an Osteoporose

Von Osteoporose sprechen Mediziner, wenn im Knochen immer mehr Knochengewebe abgebaut wird und Knochenbrüche wahrscheinlicher werden. Die auch unter dem Namen Knochenschwund bekannte Stoffwechselerkrankung betrifft vor allem ältere Menschen und speziell Frauen nach der Menopause. Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland haben eine Osteoporose, etwa 80 Prozent von ihnen sind Frauen. Die Hälfte aller Osteoporose-Patienten wird im weiteren Leben eine osteoporosebedingte Fraktur erleiden, schätzen Experten. 

Ein Knochenschwund beginnt schleichend, ohne dass die Betroffenen etwas bemerken. "Häufig wird die Osteoporose erst erkannt, wenn Knochen oder Wirbelkörper bereits gebrochen sind", erklärt Prof. Heide Siggelkow, Ärztliche Leiterin des MVZ Endokrinologikum Göttingen und Mitglied der Sektion Knochenstoffwechsel der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).

 

Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen

Da die Erkrankung mit starken Schmerzen einhergehen kann, sind die Betroffenen häufig in Bewegungen und Beweglichkeit eingeschränkt. Kommt Gangunsicherheit dazu, kann es leicht zu Stürzen kommen. "Eine der Folgen nach einem Sturz ist der Oberschenkelhalsbruch, in dessen Folge die Patienten sehr häufig pflegebedürftig werden und ins Pflegeheim übersiedeln müssen", ergänzt Siggelkow in einer Pressemitteilung.

Zur Behandlung gibt es gute Medikamente. Aber auch die nichtmedikamentöse Therapie – gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, wenig Alkohol und der Verzicht auf Nikotin – gehört ebenso wie Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen zu einer guten Prävention weiterer Knochenbrüche. „Es reicht aber nicht, Patienten dies einmal aufzuzählen und dann zu hoffen, dass sie es erfolgreich umsetzen“, sagt Siggelkow. „Das neue DMP sieht Schulungen für die Patienten vor. Das wird die Behandlungsqualität auf Dauer erhöhen“, vermutet die Expertin.

Ernährungsberatung und Rehasport

"Zu lange wurde die Osteoporose bei vielen Patienten nicht adäquat behandelt. Mit dem DMP steigt nun die Chance, dass viele der Patienten mit einem hohen Risiko für einen osteoporotischen Knochenbruch nicht nur eine wirksame Medikation erhalten, sondern auch durch Schulungen, Ernährungsberatungen und Rehasport oder Funktionstraining unterstützt werden", ergänzt Prof. Matthias M. Weber, Mediensprecher der DGE.

So kann es gelingen, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, Schmerzen zu lindern und Frakturen sowie deren Komplikationen zu verhindern.  Für den DGE-Mediensprecher muss aber auch mehr für die Prävention getan werden. "Wir wünschen uns mehr Aufklärung der Bevölkerung", so Weber. Hierbei könnten neben Hausärzten und Apothekern auch Gesundheitsfachkräfte wie Physio- oder Ergotherapeuten helfen. 

Patienten mit Osteoporose künftig besser versorgt

In das DMP Osteoporose können Frauen ab dem vollendeten 50. und Männer ab dem vollendeten 60. Lebensjahr aufgenommen werden, wenn bei ihnen die Indikation einer medikamentöse behandlungsbedürftigen Osteoporose vorliegt. Die Patienten werden damit besser versorgt. Bis es losgeht, wird es allerdings noch ein paar Monate dauern. Denn vorerst müssen das Bundesministerium für Gesundheit das Programm prüfen und die gesetzlichen Krankenkassen entsprechende Umsetzungsverträge mit Ärzten und Krankenhäusern schließen.

Foto: Adobe Stock/Photographee EU

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