. BARMER Krankenhaus Report 2013

Patienten immer kürzer im Krankenhaus

Die Verweildauer im Krankenhaus sinkt weiter. Dafür ist die Zahl der Krankenhausbehandlungen unverändert hoch - nur beim Darmkrebs geht sie zurück. Zu diesem Ergebnis kommt der Report Krankenhaus 2013 der BARMER GEK.
Patienten immer kürzer im Krankenhaus

Patienten werden heute im Schnitt nach acht Tagen aus dem Krankenhaus entlassen

Der Trend zu einer kürzeren Verweildauer im Krankenhaus setzt sich fort. War bis 1992 ein Patient im Schnitt mehr als 13 Tage im Krankenhaus, so sank die Verweildauer 2012 auf einen historischen Tiefstand von 8,3 Tagen. 2011 lag die durchschnittliche Verweildauer noch bei 8,4 Tagen.

Maßgeblich für die weiter zurückgehende Verweildauer im Krankenhaus ist laut BARMER Krankenhaus Report 2013 vor allem eine kürzere Behandlungszeit bei Kreislauferkrankungen. Sie sank zwischen 1990 und 2012 um 44 Prozent – von 380 Behandlungstagen je 1.000 Versicherte auf 213 Behandlungstage. Zugenommen haben hingegen die Verweildauern bei psychischen Erkrankungen. Hier meldet der Barmer Report einen Zuwachs von 67 Prozent. Mittlerweile entfallen 17,7 Prozent aller Behandlungstage im Krankenhaus auf die Hauptdiagnose „Psychische Störungen“.

Obgleich die Zahl der Behandlungstage im Krankenhaus bei Herzkreislauferkrankungen rückläufig sind, bleibt diese Indikation der häufigste Grund für eine Krankenhauseinweisung. Es folgen die Muskelskeletterkrankungen, also Rücken, Hüfte, Knie.

Herzkreislauferkrankungen führen das Diagnose-Ranking an

Während das Diagnose-Ranking weithegend unverändert geblieben ist, zeigt der Barmer Report einen überraschenden Trend auf: Demnach müssen in Deutschland weniger Menschen wegen Darmkrebs im Krankenhaus behandelt werden. Zwischen 2005 und 2012 sank die Zahl der Darmkrebsbehandlungen im Krankenhaus um 21 Prozent.

„Ob Hüft- und Knie-Operationen, Depressionen oder Prostatakrebs, in den letzten Jahren zeigten die Zahlen unseres Reports Krankenhaus oft nach oben“, sagt Dr. Rolf-Ulrich Schlenker Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK. „In diesem Jahr ist das anders: Die stationäre Behandlung des Darmkrebs nimmt ab, Operationen im Krankenhaus werden weniger. Auch Chemotherapie und Bestrahlung gehen zurück und werden offenbar zunehmend von niedergelassenen Onkologen durchgeführt.“ Insgesamt seien die Fallzahlen in diesem Bereich der Krankenhausversorgung stark rückläufig. Der Barmer Chef führt dies auf eine bessere Früherkennung zurück: „Diese erfreuliche Entwicklung lässt den Rückschluss zu, dass mit Hilfe gezielter Vorsorgemaßnahmen Darmkrebs heute so früh erkannt wird, dass er seltener im Krankenhaus behandelt werden muss.“

Eine Darmkrebsbehandlung im Krankenhaus ist seltener, aber teurer geworden

Sollte diese Vermutung stimmen, wäre das eine sehr gute Nachricht. Auch die Krankenkassen dürften sich über diese Entwicklung freuen. Denn die Kosten für eine stationäre Darmkrebsbehandlung sind laut Barmer Report zwischen 2005 und 2012 um 21 Prozent gestiegen – pro Fall von 9.316 Euro auf 11.314 Euro. Zugenommen hat laut Studienautorin Prof. Dr. Eva Maria Bitzer vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG) auch die Zahl der laparoskopischen, also minimal-invasiven Operationstechniken. „Die anteilige Bedeutung laparoskopischer Operationstechniken hat von 2005 bis 2012 von fünf auf 15 Prozent stark zugenommen, zu Lasten der offen-chirurgischen Verfahren, deren Anteil von 80 auf 70 Prozent gesunken ist“, so Bitzer.

Anders als der allgemeine Trend ist die Verweildauer bei einer Darmkrebsbehandlung im Krankenhaus jedoch nicht rückläufig. Sie liegt gemäß Barmer Report seit dem Jahr 2000 konstant bei durchschnittlich elf Tagen.

Foto: © ksl - Fotolia.com

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