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Patienten finden Terminservicestellen gut, nutzen sie aber wenig

Die Terminservicestellen, die Anfang des Jahres eingeführt wurden, um Wartezeiten zu verkürzen, sind zwar mittlerweile bekannt, doch an einen echten Nutzen glauben nur wenige Patienten.
Terminservicestellen - nutzlos?

Terminservicestellen sollen Wartezeiten auf einen Arzttermin verkürzen

Seit Beginn des Jahres 2016 gibt es die sogenannten Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Sie sollen die Wartezeiten auf einen Facharzttermin verkürzen. Jetzt, etwa sieben Monate nach ihrer Einführung, genießen sie einen recht hohen Bekanntheitsgrad, und die meisten Patienten finden das Angebot grundsätzlich gut. Doch wirklich genutzt wird der Service bislang wenig. Auch die Erwartungen, dass die Terminservicestellen tatsächlich dabei helfen, Wartezeiten zu verkürzen, sind eher bescheiden. Das ist eines der Ergebnisse der Versichertenbefragung 2016 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Patienten ziehen Wunscharzt schnellem Termin vor

Innerhalb von einer Woche müssen die Servicestellen einen Termin bei einem Facharzt vermitteln, wenn der Versicherte eine Überweisung vorlegen kann. Die Wartezeit auf den Termin darf maximal vier Wochen betragen, die Entfernung zur Praxis muss zumutbar sein. Kann kein Termin vermittelt werden, muss ein ambulanter Behandlungstermin in einem Krankenhaus angeboten werden. Allerdings muss sich der Patient vorher vergeblich um einen Facharzttermin bemüht haben.

Routineuntersuchungen genauso wie Bagatellerkrankungen sind kein Grund, den Terminservice in Anspruch zu nehmen. Ebenfalls von der Regelung ausgeschlossen sind Termine bei Psychotherapeuten, Zahnärzten und Kieferorthopäden, Hausärzten sowie Kinder- und Jugendärzten. Experten sind daher nach wie vor skeptisch, ob die vorgesehenen Regelungen in der Praxis wirklich weiterhelfen. Und auch die aktuelle Umfrage hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Patienten auf einen vermittelten Termin verzichten würde, wenn dieser nicht zum Wunscharzt führt.

 

Zufriedenheit mit Vertragsärzten insgesamt hoch

Seit zehn Jahren führt die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der KBV repräsentative Versichertenbefragungen durch. Dieses Mal wurden bundesweit über 6.000 zufällig ausgewählte Personen befragt. Dabei ging es um verschiedene Themen rund um die Patientenzufriedenheit. Insgesamt scheint die Zufriedenheit hoch zu sein. So gaben 91 Prozent der Befragten an, ein „gutes“ bis „sehr gutes“ Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt zu haben. Ebenso hoch fällt die Beurteilung der Fachkompetenz, der Freundlichkeit und der Verständlichkeit der Erklärungen aus.  Sogar das Warten auf einen Termin beim Arzt empfindet die Mehrheit der Patienten als kein großes Problem.

Als sinnvoll empfinden viele Patienten den Vorschlag, immer zunächst einen Hausarzt aufzusuchen und nicht ohne Überweisung zum Facharzt zu gehen, wenn dies mit einer Entlastung bei den Beiträgen verbunden ist. Auf diese Weise könnten überflüssige Facharztbesuche eingespart werden. Schon heute nehmen über vier Millionen Versicherte in der hausarztzentrierten Versorgung an solchen Modellen teil, wie der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt erklärt. Die freie Arztauswahl bleibt dabei erhalten.

Foto: © Janina Dierks - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

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