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Parkinson: Fehldiagnose bei jedem fünften Patienten

Dienstag, 11. Oktober 2016 – Autor:
Bei jedem fünften Parkinson-Patienten liegt eine Fehldiagnose vor. Die Erkrankung wird diagnostiziert, obwohl der Patient an einer anderen neurodegenerativen Krankheit leidet. Oder eine andere Krankheit wird diagnostiziert, obwohl er Parkinson hat.
Parkinson-Krankheit

Bei jedem fünften Parkinson-Patienten kommt es zu einer Fehldiagnose – Foto: Barabas Attila - Fotolia

Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie, die jetzt im Fachblatt Neurology veröffentlicht wurde. Die Forscher werteten dafür bereits vorliegende Studien aus den Jahren 1988 bis 2014 aus, in denen die diagnostische Genauigkeit der klinischen Diagnose der Parkinson-Krankheit untersucht wurde.

Insgesamt lag die diagnostische Genauigkeit bei 80,6 Prozent. Wurde die Diagnose von Nicht-Fachärzten durchgeführt, lag sie nur bei 73,8 Prozent. Wurde vor allem auf die mit der Krankheit verbundenen Bewegungsstörungen geachtet, stieg die Treffsicherheit auf 79,6 Prozent bei der ersten Untersuchung und 83,9 Prozent bei der Folge-Untersuchung.

Parkinson: Bei jedem fünften Patienten Fehldiagnose

Letztlich sind zwei von zehn Patienten von einer Fehldiagnose betroffen. Die Forscher kamen außerdem rückblickend zu dem Ergebnis, dass sich die Treffsicherheit der Diagnose in den vergangenen 25 Jahren nicht wesentlich verbessert hat. Das ist besonders deswegen unbefriedigend, weil gerade ein möglichst früher Behandlungsbeginn einen günstigen Einfluss auf das Fortschreiten der Erkrankung hat.

Ihr Fazit: Es sollte nach weiteren Biomarkern und Anzeichen gesucht werden, um die chronisch degenerative Nervenkrankheit früher zu erkennen. Einen Blut- oder Labortest dafür gibt es nicht. Bei vielen Patienten verschlechtert sich der Geruchssinn lange vor Eintreten der Bewegungsstörungen. Außerdem können ein gestörter REM-Schlaf, Verstopfung, Tagesmüdigkeit, Hypotonie, erektile Dysfunktion, Blasenentleerungsstörung und Depression auf eine mögliche Parkinson-Erkrankung hindeuten.

 

Ansprechen auf L-Dopa ist ein Biomarker

Zu den bekanten Merkmalen gehören dann verlangsamte Bewegungen (Bradykinesie), Zittern (Tremor) und Muskelsteifheit. Weitere klinische Anzeichen sind die Asymmetrie - eine Körperseite ist meist stärker betroffen - sowie Haltungs- und Gleichgewichtsstörungen.

Darüber hinaus ist eine günstige Reaktion auf eine Dopamin-Gabe ein eindeutiges Zeichen für das Vorhandensein von Parkinson. Unterbleibt bei Patienten, die ansonsten Zeichen von Parkinson aufweisen, eine deutliche Reaktion auf eine hochdosierte Therapie mit Levodopa (> 1000 mg täglich), ist die Diagnose sehr unwahrscheinlich.

Foto: barabas attila/fotolia.com

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