Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Paracetamol in der Schwangerschaft doch nicht ganz ungefährlich

Dienstag, 24. Oktober 2017 – Autor:
Paracetamol sollte in der Schwangerschaft nicht bedenkenlos eingenommen werden. Denn der Gebrauch des Schmerzmittels kann bei Neugeborenen zu Asthma führen. Wissenschaftler konnten den Verdacht jetzt durch eine Meta-Analyse bestätigen.
Top-Seller in Deutschland: Doch Paracetamol während der Schwangerschaft erhöht das Asthma-Risiko von Kindern

Top-Seller in Deutschland: Doch Paracetamol während der Schwangerschaft erhöht das Asthma-Risiko von Kindern – Foto: ©auremar - stock.adobe.com

Paracetamol gilt für schwangere Frauen bislang als Schmerzmittel der ersten Wahl. Seit geraumer Zeit mehren sich jedoch die Hinweise auf ein erhöhtes Asthma-Risiko bei Neugeborenen. Da verschiedene Studien zu widersprüchlichen Ergebnissen kamen, gab es dato noch kein einheitliches Bild zu dieser schweren Nebenwirkung.

Wissenschaftlervon der Jilin University in China haben deshalb 13 Studien dazu mit mehr als einer Million Frauen ausgewertet. Die Meta-Analyse zeigte, dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft und Asthma bei Neugeborenen besteht.

Kinder leiden häufiger an Asthma

Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen hatten, erkrankten demnach häufiger an Asthma als andere Kinder. Dieser Effekt konnte vor allem dann beobachtet werden, wenn Paracetamol von der werdenden Mutter in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft verwendet wurde. Doch auch in darauffolgenden Monaten führte der Gebrauch von Paracetamol zu einem erhöhten Asthmarisiko für das Neugeborene.

 „Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Behandlung von Schmerzen und Fieber mit Paracetamol während der gesamten Schwangerschaft gut abgewogen werden sollte“, schreibt das Autorenteam um Professor Fan von der Jilin University im Fachblatt „Allergologia et Immunopathologia“.

 

Paracetamol ist ein Top-Seller

Paracetamol wird gegen Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen eingesetzt. Rund jede zweite Schwangere greift darauf zurück. Bislang galt es als unschädlich für das ungeborene Kind. Das Schmerzmittel gehört zu den meist verkauften Arzneimitteln in Deutschland. 2016 wurden rund 504 Millionen Verpackungen davon verkauft.

Foto: © auremar - Fotolia.com

Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel , Schwangerschaft , Asthma
 

Weitere Nachrichten zum Thema Paracetamol

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Während es die Evolution so eingerichtet hat, dass Babys gern geknuddelt werden, um sich gesund zu entwickeln, sind Berührungen unter Erwachsenen nicht mehr so selbstverständlich. Dabei sind für sie genauso wichtig und gesund. Beispiel: Stressabbau.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin