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Pandemie hat zu Zunahme von Depressionen geführt

Studien und Daten der Krankenkassen zeigen es: Die COVID-19-Pandemie hat bereits zu einer Zunahme von depressiven Symptome geführt. Psychiater befürchten einen weiteren Anstieg in den nächsten ein, zwei Jahren.
Depressionen gehören zu den Sekundärfolgen der Pandemie

Depressionen gehören zu den Sekundärfolgen der Pandemie

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Finden Kontakte nicht mehr in gewohntem Maße statt, hat dies große Konsequenzen für die Psyche. Deshalb haben Experten schon zu Beginn der Pandemie vor einem Anstieg von Depressionen gewarnt. Insbesondere für Alleinlebende, ältere Menschen und psychisch Kranke könnten die Sekundärfolgen der Pandemie gravierend werden, hieß es.

Nun scheint die Prophezeiung eingetreten zu sein. Erste Studien zeigen bereits einen Anstieg von depressiven Symptomen seit März. Zudem verzeichnen einige Krankenkassen im ersten Halbjahr einen Höchststand an Krankschreibungen aufgrund depressiver Erkrankungen, etwa die AOK Rheinland/Hamburg und die Techniker Krankenkasse.

Soziale Isolation begünstigt Depressionen

„Alles deutet darauf hin, dass Kontaktsperren und Isolation psychische Erkrankungen begünstigen, das gilt insbesondere für affektive Erkrankungen wie Depressionen, aber auch für Angststörungen und Psychosen“, sagt Prof. Andreas Heinz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Wenn dann noch die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung Pandemie-bedingt nicht im gewohnten Rahmen stattfinde, könne das eine große Belastung für die Betroffenen sein. Darum sei es unabdingbar, neben digitalen Behandlungsmöglichkeiten entsprechende Kapazitäten mit persönlichem Kontakt aufrechtzuerhalten, meint Heinz. Andernfalls könnten Betroffene Halt und Orientierung verlieren. „Zwischenmenschliche Begegnungen stabilisieren die Gesundheit“, so der Psychiater der Charité.

 

Videosprechstunden nicht immer ausreichend

Durch die Kontaktsperren haben viele Ärzte und Psychotherapeuten auf Video- oder Telefonsprechstunde umgestellt. So konnte auch während des Lockdowns im März und April wenigstens ein gewisses Maß an therapeutischer Begleitung aufrechterhalten werden.

Solche alternativen Behandlungsmethoden seien gut, aber nicht immer ausreichend, warnt Prof. Detlef E. Dietrich European Depression Association (EDA) in Deutschland. „Eine Therapie, in der Betroffenen Empathie und persönliche Unterstützung ganz unmittelbar zu Teil wird, bietet oftmals schnelle und eine nachhaltigere Hilfe. Sie in Anspruch zu nehmen, muss jedem jederzeit, auch während einer Pandemie, möglich sein“, sagt Dietrich.

Weiterer Anstieg von Depressionen befürchtet

Noch ist die COVID-19-Pandemie nicht ausgestanden. Aufgrund steigender Infektionszahlen werden derzeit vielerorts die Corona-Maßnahmen wieder verschärft. Außerdem bangen viele um ihren Arbeitsplatz oder haben ihn schon verloren. Die Psychiater sind in Sorge: „Es ist zu befürchten, dass durch die sekundären Folgen der COVID-19-Pandemie wie Arbeitsplatzverlust und Einsamkeit in den nächsten ein bis zwei Jahren noch mehr Menschen unter einer Depression leiden werden.“

Foto: © Adobe Stock/samuel

Autor: ham
Hauptkategorien: Corona , Medizin
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