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Osteoporose-Prävention: Für Frauen besonders wichtig

Mittwoch, 25. Mai 2022 – Autor:
Frauen erkranken deutlich häufiger an Osteoporose als Männer, vor allem im höheren Alter. Ein Hauptrisikofaktor ist das Geschlecht – aber das lässt sich nicht ändern. Deshalb ist es umso wichtiger, die Präventionsmöglichkeiten konsequent auszuschöpfen.
Seniorin ist von der Treppe gestürzt und liegt am Boden.

Stürze infolge von Knochenbrüchen sind eine typische Gefahr bei Osteoporose. – Foto: AdobeStock/Wavebreakmedia

Frauen erkranken deutlich häufiger an Osteoporose als Männer, vor allem im höheren Alter. In der Altersgruppe ab 65 Jahren ist nahezu ein Viertel der Frauen vom sogenannten Knochenschwund betroffen. Bei Männern sind es knapp sechs Prozent. Bei der Skeletterkrankung Osteoporose nimmt der Mineralgehalt der Knochen ab. In Folge können Knochen schneller brechen. Wird rechtzeitig vorgebeugt, kann das Krankheitsrisiko jedoch verringert werden.

Osteoporose: Gefahr von Knochenbrüchen oder Stürzen

Osteoporose ist eine Störung im Knochenstoffwechsel und eine häufige Alterserkrankung des Knochens, die ihn dünner und poröser und somit anfälliger für Brüche (Frakturen) macht. 80 Prozent aller Osteoporosen betreffen Frauen nach der Menopause, wobei vor allem kleinknochige Nordeuropäerinnen und Raucherinnen betroffen sind.

Tückisch ist: Zunächst verursacht Osteoporose keine Beschwerden. Ist die Skeletterkrankung jedoch weiter fortgeschritten, können anhaltende Schmerzen, vor allem im Rücken, auftreten. Die Gefahr, dass ein Knochen auch bei geringer Belastung bricht, zum Beispiel beim Heben von Lasten oder einem Sturz, wächst.

 

Osteoporose kommt schleichend und wird oft erst spät erkannt

„Osteoporose verläuft schleichend und wird daher oft zu spät oder gar nicht erkannt. Viele Frauen und Männer wissen nur wenig über die Erkrankung und wie man sich davor schützen kann“, sagt Stefan Schwartze, Patienten-Beauftragter der Bundesregierung. Anlässlich des internationalen Aktionstags Frauengesundheit am 28. Mai rufen Bundesregierung und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) dazu auf, die bestehenden Informationsangebote zu den präventiven, diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten stärker zu nutzen.

Was man selbst präventiv gegen Osteoporose tun kann

„Zu den Risikofaktoren für Osteoporose zählen neben dem Geschlecht und dem Alter auch eine familiäre Veranlagung – Faktoren, die sich nicht ändern lassen“, sagt Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA. „Durchaus beeinflussbar ist jedoch das eigene Verhalten: Bei der Osteoporose spielen die Ernährung und ausreichend Bewegung eine entscheidende Rolle. Daneben ist der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol wichtig.“

Ernährungsempfehlungen bei Osteoporose

Der Dachverband der Osteologie (DVO) empfiehlt als Basistherapie für Osteoporose-Patienten ohne eine spezifische medikamentöse Osteoporose-Therapie eine Zufuhr von 1000 bis maximal 2000 Milligramm Calcium pro Tag mit der Nahrung. Hiervon ausgenommen sind Kinder, Jugendliche, prämenopausale Frauen und Männer bis zum 60. Lebensjahr. Ein Gramm Calcium ist in einem Liter Milch oder 100 Gramm Hartkäse enthalten. Als hilfreiche Ernährung bei Osteoporose gelten Milchprodukten (vor allem Milch und Joghurt), grüne Gemüsesorten wie Grünkohl und Broccoli sowie Samen und Nüsse, denn sie sind sehr gute Calcium-Lieferanten.

Ab der Menopause regelmäßig zum Arzt

„Die Entwicklung und das Fortschreiten der Krankheit lassen sich durch den eigenen Lebensstil signifikant beeinflussen“, heißt es beim Dachverband der deutschen Osteoporose-Selbsthilfegruppen (OSD). „Damit liegen wesentliche Erfolgsfaktoren der Therapie in der Hand des Betroffenen.“ Zum eigenen Verhalten und der hilfreichen Eigeninitiative zählt es auch, ab einem gewissen Alter (rund um die Wechseljahre) ein Bewusstsein für das Thema zu entwickeln, die Krankheit auf dem Schirm zu haben und sich beim Arzt durchchecken zu lassen. Nach Angaben der Deutschen Seniorenliga (DSL) könnte „eine frühe Diagnose und Therapie viele solcher Brüche verhindern“.

Hauptkategorie: Prävention und Reha
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