. Knochenabbau

Osteoporose bei Männern oft nicht erkannt

Osteoporose gilt oft als Frauenkrankheit. Daher werden Männer sehr viel seltener auf Osteoporose untersucht – mit zum Teil schwerwiegenden Folgen. Denn eine Behandlung setzt dadurch häufig zu spät oder gar nicht ein.
Männer und Osteoporose

Auch Männer können Osteoporose bekommen.

Osteoporose tritt bei Männern zwar nicht so oft auf wie bei Frauen, jedoch deutlich häufiger als bislang angenommen. Dennoch erhalten zu wenige Männer eine adäquate Therapie. Denn Osteoporose wird bei ihnen oft gar nicht oder zu spät erkannt. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Forschern um Dr. Tamara Rozental vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston. Die Resultate der Studie wurden kürzlich im Journal of Bone and Joint Surgery veröffentlicht.

Die Arbeitsgruppe untersuchte Fälle von Patienten, die zwischen 2007 und 2012 aufgrund einer distalen Radiusfraktur am Beth Israel Deaconess Medical Center behandelt wurden. Unter den gescreenten Patienten wurde bei mehr als der Hälfte der Männer und etwa einem Drittel der Frauen eine Osteoporose diagnostiziert. Das männliche Geschlecht war gleichzeitig ein signifikanter Prädikator dafür, keine Knochendichtemessung zu erhalten und so möglicherweise Fälle von beginnender Osteoporose zu übersehen.

Rechtzeitige Behandlung der Osteoporose wichtig

Die Studienautoren betonen, dass distale Radiusfrakturen ein frühes Zeichen einer Osteoporose seien und Jahre vor weiteren schweren Frakturen auftreten können. Durch eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung könne der Knochenabbau verlangsamt und die Folgen der Osteoporose abgemildert oder sogar verhindert werden. Zudem wollen die Forscher mit ihrer Studie darauf aufmerksam machen, dass nicht nur Frauen von Osteoporose betroffen sind.

Besonders bedeutsam sei, dass die Mortalitätsrate von Männern bei Schenkelhalsfrakturen deutlich höher ist als die von Frauen. Daher sei die rechtzeitige Diagnose einer Osteoporose auch bei Männern besonders wichtig, meinen die Forscher. Auch das Kuratorium Knochengesundheit erinnert daran, dass bei Frauen siebenmal häufiger eine Knochendichtemessung zur Diagnose herangezogen werde als bei Männern. In der Broschüre „Echte Männern bauen auf innere Stärke“ informiert das Kuratorium über Risikofaktoren für Osteoporose bei Männern sowie über Prävention, Diagnostik und Therapie.

 

Testosteronmangel häufig Ursache für Osteoporose beim Mann

Die häufigste Ursache für die Ausbildung einer Osteoporose beim Mann ist ein Testosteronmangel, wie er oft im Alter auftritt. Insofern spielt die sekundäre Osteoporose bei Männern eine wesentlich größere Rolle als bei Frauen. Das Problem dabei: Im Gegensatz zum Östrogenabbau lässt sich der Testosteronabbau nicht so deutlich beobachten, kann jedoch schon in kurzer Zeit die Knochendichte verringern. Mit künstlichen Hormonen lässt sich ein Testosteronmangel wirksam therapieren. Allerdings steht ein sicherer Nachweis, dass eine Hormonersatztherapie mit Testosteron die Frakturrate tatsächlich senken kann, noch aus.

Foto: © Alexander Raths - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Osteoporose

| Osteoporose ist eine Volkskrankheit. Um die Folgen der Erkrankung einzudämmen, ist eine rechtzeitige Diagnose und Therapie wichtig. Mit Medikamenten und anderen Maßnahmen kann das Risiko für Knochenbrüche reduziert werden.
| Mit einem gezielten, ausgewogenen und regelmäßigen Bewegungstraining lässt sich Knochenschwund im Alter verlangsamen oder stoppen. Besonders zwei Sportarten trauen Experten es zu, dass sie die Knochendichte erhöhen – und sich der Trend zum Substanzverlust im Skelett damit sogar wieder umkehren lässt.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
 
 
. Kliniken
. Interviews
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.