. Tag der Organspende am 3. Juni

Organspender weiter gesucht

In Deutschland warten mehr als 10.000 schwer kranke Menschen auf die Transplantation eines Organs. Doch ihre Aussichten werden nicht besser. Die Transplantationszahlen gehen weiter zurück.
Die Zahl der Organspenden sinkt weiter

Die Zahl der Organspenden sinkt weiter

Fragt man die Deutschen, sind über 80 Prozent einer Organspende gegenüber aufgeschlossen. Derzeit hat jedoch nur jeder Dritte einen Organspendeausweis ausgefüllt. Die Diskrepanz zwischen Absicht und Wirklichkeit lässt sich auch an den Zahlen zur Organspende ablesen. 2011 ließen sich noch 1.200 Menschen nach ihrem Tod mehrere Organe entnehmen, im vergangenen Jahr waren es nur noch 875 Organspender. Dementsprechend ist auch die Zahl der gespendeten Organe zurückgegangen. Im ersten Quartal 2015 wurden postmortal noch 803 Organe gespendet, im Vergleichsraum 2016 waren es nur 699. Auch für dieses Jahr erwartet die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) einen leichten Rückgang bei den gespendeten Organen.

Hirntod-Regelung schreckt ab

Organspender werden also weiterhin dringend gesucht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat deshalb eine Internetseite ins Netz gestellt, die umfassend zum Thema Organspende informiert. Auf organspende-info.de kann man zum Beispiel nachlesen, unter welchen Voraussetzungen ein Organ entnommen werden darf. In Deutschland ist das der Hirntod. Umfragen zufolge macht das vielen Menschen Angst, da zu diesem Zeitpunkt das Herz noch schlägt und der Kreislauf intakt ist.  

Dies dürfte einer der Gründe sein, warum sich letztlich so wenige Menschen für eine Organspende entscheiden können. Der Rückgang der Organspendezahlen hängt darüber hinaus mit diversen Transplantationsskandalen zusammen. Ob Göttingen, Heidelberg oder Berlin – das Vertrauen der Bevölkerung scheint nachhaltig erschüttert.

10.000 Menschen warten auf neues Organ

Am Samstag soll mit dem Tag der Organspende daran erinnert werden, dass für viele Menschen eine Organtransplantation nicht nur die einzige Chance ist zu überleben, sondern auch länger zu leben. Derzeit stehen rund 10.000 schwer kranke Menschen auf der Warteliste für ein neues Organ. Rein statistisch sterben jeden Tag drei Menschen, weil sie nicht rechtzeitig ein neues Organ bekommen. 

Foto: horizont21/fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Organspende , Transplantation

Weitere Nachrichten zum Thema Organspende

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Wie gewinnt man das Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende zurück? Der Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Dr. Rainer Hess plädiert für ein Transplantationsregister.
. Weitere Nachrichten
Regelschmerzen sind für viele Frauen bis zu einem gewissen Punkt normal. Werden sie jedoch unerträglich, kann eine Endometriose dahinterstecken, eine chronische Erkrankung, die zur Unfruchtbarkeit führen kann. Die Diagnose ist schwierig, und auch die Therapie kann kompliziert sein.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) überprüfte anhand von Blut- und Urinproben die Versorgung der Deutschen mit Vitamin D, Folat, Natrium, Kalium und Jod. Ergebnis: Deutschen mangelt es an Vitamin D.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.