. Neurologische Studie

Opiate lindern Restless-Legs-Syndrom

Das Restless-Legs-Syndrom ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Patienten, die auf die Standardtherapie nicht ansprechen, profitieren erheblich von Opiaten. Dazu gibt es nun erstmals wissenschaftliche Daten.
Restless-Legs-Syndrom: Opiate haben in einer Studie die Symptome signifikant gelindert

Restless-Legs-Syndrom: Opiate haben in einer Studie die Symptome signifikant gelindert

Etwa drei bis zehn Prozent der Bevölkerung leiden an einem Restless-Legs-Syndrom – kurz RLS. Dabei tritt ein erheblicher Bewegungsdrang, insbesondere der Beine auf. In Ruhesituationen und nachts ist das Restless-Legs-Syndrom besonders ausgeprägt. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, dass eine Opioid-haltige Wirkstoffkombination den Patienten Linderung verschafft, wenn die Standardmedikation mit Dopaminagonisten versagt. In die bislang größte Doppelblind-Studie dieser Art wurden 306 Patienten aus 55 europäischen Zentren eingeschlossen, die nicht auf Dopaminergika ansprechen. Eine Patientengruppe erhielt zwei Mal täglich Oxycodon-Naloxon, die andere Gruppe ein Placebo. Im Durchschnitt litten die Patienten rund zehn Jahre am Restless-Legs-Syndrom, davon fünf Jahr unter Therapie.

Restless-Leg Syndrom: Signifikante Verbesserung der Symptome

Die Initiatorin der Studie Prof. Claudia Trenkwalder, Chefärztin der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel, fast die Ergebnisse zusammen: „In der Gesamtbilanz konnte eine signifikante klinische Verbesserung erzielt werden, von sehr schweren Symptomen zu Beginn auf milde oder moderate Beschwerden zum Ende der doppel-blinden Studienphase.“ Die Besserung, die hier erzielt worden sei, sei viel größer als mit den meisten zugelassenen RLS-Arzneien. Außerdem habe man bedeutsame Verbesserungen bei sekundären Studienzielen erreicht, etwa der Schlafqualität und der Lebensqualität. „Zusammenfassend ist die orale Gabe von Oxycodon-Naloxon mit verzögerter Freisetzung eine Option für die kurz- und langfristige Therapie des RLS und könnte für jene Patienten eine besonders gute Wahl sein, die nicht auf andere Therapien ansprechen.“

Allerdings zeigte die Studie auch, dass 73 Prozent der Patienten, die das Opiat bekommen hatten unter Nebenwirkungen wie Verstopfung oder Übelkeit litten. Aufgrund dieser Nebenwirkungen mussten in der ersten Phase 13 Prozent die Studie abbrechen. In der Kontrollgruppe waren 43 Prozent von Nebenwirkungen betroffen, sieben Prozent schieden deshalb aus der Studie aus. 

 

Zum ersten Mal gibt es solide Daten zur Wirkung von Opioiden bei RLS

Opioide oder Antikonvulsiva ggf. in Kombinationstherapie werden auch in den Leitlinien zum Restless-Legs-Syndrom empfohlen. Allerdings lagen dazu bislang wenig Daten vor. „Mit der neuen Studie wird die Therapie mit einem Opiat auf eine solide Basis gestellt“, betont Studienleiterin Trenkwalder. Die Studie wurde vor kurzem in The Lancet Neurology veröffentlicht.

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