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31.05.2012

Operiert aus wirtschaftlichen Gründen?

Die Zahl der Operationen steigt seit Jahren. Ein jetzt vom GKV Spitzenverband vorgelegtes Gutachten deutet daraufhin, dass ökonomische Motive dahinter stecken könnten - und verärgert die Krankenhäuser.
Operiert aus wirtschaftlichen Gründen?

Gutachten verärgert Krankenhäsuer

Einen grossen Teil der Operationen führen Krankenhäusern angeblich nicht aus medizinischen Gründen durch, sondern aus wirtschaftlichen Interessen. Das jedenfalls legt ein Gutachten nahe, das das Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung Essen (RWI) im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes erstellt hat. Wie das Gutachten zeigt, ist die Zahl der Behandlungsfälle zwischen 2006 und 2010 um 1,3 Millionen gestiegen. Aber nur 40 Prozent des Zuwachses könnten durch die gesellschaftliche Alterung erklärt werden, die übrigen 60 Prozent durch andere Faktoren - etwa das Profitstreben der Kliniken, meinen die Experten vom RWI und GKV-Spitzenverband.

Nur 40 Prozent des Mengenzuwachses sind demografisch erklärbar

"Vieles deutet darauf hin, dass in den Kliniken aufgrund ökonomischer Anreize medizinisch nicht notwendige Leistungen erbracht werden", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, v. Stackelberg. Der seit Jahren beobachtete Anstieg der Operationen und Krankenhausfälle sei nicht allein durch die demografische Entwicklung zu erklären.

Nach Analysen der Gutachter steigt die Leistungsmenge (im DRG-Fallpauschalensystem der sogenannte Casemix) seit Einführung der Fallpauschalen im Jahr 2004 jährlich um etwa drei Prozent. Schon die Begleitforschung zur DRG-Einführung zeigt, dass weniger als die Hälfte davon auf die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen ist.

Pauschale Verdächtigung der Krankenhäuser

Unterdessen wehrt sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) gegen Vorwürfe des GKV-Spitzenverabandes. "Der medizinische Behandlungsbedarf kann nur von den behandelnden Ärzten beurteilt werden", erklärte der Hauptgeschäftsführer der DKG, Georg Baum, gegenüber dem Ärzteblatt.  Patienten, die in den Kliniken operiert würden, hätten oft eine längere Leidensgeschichte und würden in der Regel über den niedergelassenen Arzt eingewiesen. Hier greife ein Mehraugenprinzip. Zudem bestehe die Möglichkeit, Zweitmeinungen einzuholen. "Die pauschale Verdächtigung, die Krankenhäuser würden aus nichtmedizinischen Gründen Patienten operieren, ist diffamierend und dezidiert zurückzuweisen", so Baum gegenüber dem Ärzteblatt. 

Das Gutachten steht unter https://www.gkv-spitzenverband.de/PM_20120530_Krankenhaus.gkvnet zum Download bereit

Foto: BVMed/Regent

 
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