. Sehschwäche

Operationen können Lesebrille ersetzen

Gegen Alterssichtigkeit gibt es mittlerweile Operationsverfahren. Vielversprechend scheinen Implantate. Das Gehirn muss allerdings umlernen.
Gegen Alterssichtigkeit gibt es mittlerweile Operationsverfahren

Alterrsichtigkeit trifft die Generation 45 plus

Grosse Hoffnungen richten Augenärzte derzeit auf eine in Deutschland relativ neue OP-Methode: Beim sogenannten KAMRA-Verfahren setzt der Augenchirurg ein Implantat in die Hornhaut eines Auges ein. Dank dieser Blende kann das operierte Auge in der Nähe gut sehen - das Gehirn gewöhnt sich meist rasch an die diese leichte "Einäugigkeit" in der Nähe und steuert automatisch das operierte Auge für die Nahsicht an. Das Verfahren wird mit der LASIK kombiniert, so können gleichzeitig Kurz- und Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit korrigiert werden.

Professor Dr. med. Thomas Kohnen, Direktor der Universitäts-Augenklinik Frankfurt am Main, erklärt: "Das KAMRA-Verfahren schneidet sehr gut ab. Es ist sicher, lässt sich rückgängig machen und erzeugt in den meisten Situationen des täglichen Lebens eine gute Nahsicht durch erhöhte Schärfentiefe. Trotz des Implantats seien alle weiteren notwendigen Eingriffe am Auge weiterhin möglich.

Es fehlen Langzeitstudien zur Lasertherapie

Seit vielen Jahren korrigieren Augenärzte Mittels Excimer-Laser Kurz- und Weitsichtigkeit. "Immer mehr Patienten fragen, ob es denn mittlerweile einen Laser gegen Alterssichtigkeit gibt", berichtet Kohnen. Tatsächlich steht seit kurzem mit der Presbyopie- (Alterssichtigkeits-) LASIK ein solches Verfahren bereit. Mit dem Lichtstrahl modellieren die Ärzte eine Art Hügellandschaft in die Hornhaut und tragen genau so viel Gewebe ab, dass sich die Brechkraft verändert und der Patient wieder in Nähe und Ferne deutlich sieht. "Obwohl gute Erfahrungen vorliegen, fehlen für die Presbyopie-LASIK aber bisher noch Langzeitstudien und Aussagen zur Reversibilität", so Thomas Kohnen. Vor der Operation sollte unbedingt mit multifokalen Kontaktlinsen getestet werden, ob die Patienten mit der entstehenden Mehrstärkenhornhaut zurechtkommen, rät Kohnen.

Alternative Therapien bei Alterssichtigkeit

Ein anderer Weg, die Alterssichtigkeit zu korrigieren sind "intraokularen Multifokallinsen", die der Chirurg dauerhaft in beide Augen einsetzt. Die verschiedenen Linsen waren bisher in zwei Sehzonen aufgeteilt, um jedem Auge Bilder aus der Nah- und Fernsicht zu liefern. Das Gehirn muss bei dieser Methode genau wie bei der Presbyopie-LASIK lernen, das jeweils unscharfe, nicht benötigte Bild zu unterdrücken - was meist zufriedenstellend gelingt. "Durch eine sorgfältige Voruntersuchung und individuelle Beratung müssen allerdings diejenigen Patienten ausgeschlossen werden, die für multifokale Linsen nicht geeignet sind", erläutert Thomas Kohnen.

Neuerdings stehen auch trifokale Linsen zu Verfügung, die dem Auge drei Sehzonen bieten - Brennpunkte für die Nähe, die Ferne und auch für den Zwischenbereich. "Das ist ein Fortschritt", meint Experte Kohnen. "Trifokale Linsen ermöglichen in Zukunft verbessertes Sehen in allen Entfernungen."

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Hauptkategorie: Demografischer Wandel
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Auge , Chirurgie , Alter

Weitere Nachrichten zum Thema Augen

| Viele Menschen, die am Computer arbeiten, kennen das Problem trockener Augen. Und durch die Heizungsluft im Winter kann sich das noch verstärken. Doch hinter trockenen, roten Augen können auch ernsthafte Erkrankungen stecken.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Patienten liegen sich wund, werden mit Medikamenten ruhiggestellt oder viel zu oft ins Krankenhaus eingewiesen: Der neue Pflegereport der AOK hat gravierende Mängel in deutschen Pflegeheimen aufgedeckt. Doch es gibt auch gute Heime.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.