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16.06.2021

Online-Vermittlung für kurzfristig freie Termine und Impfstoff-Reste

Wie bringt man spontan verfügbare Impftermine, nicht verbrauchte Wirkstoff-Dosen und (händeringend) terminsuchende Impfwillige zusammen? Eine Art Dating-Plattform im Dienste der Medizin hat jetzt die ehrenamtliche Non-Profit-Initiative namens „sofort-impfen.de“ eingerichtet.
Impfspritze, Hand im blauen Gummihandschuh, Herz.

Die einen suche händeringend einen Impftermin in der Nähe - die anderen haben Impfdosen übrig und suchen Menschen, die spontan zur Impfung bereit sind, damit die knappen Impfstoffe nicht vergehen: Die Plattform „sofort-impfen.de" will Verbraucher und Impfpraxen oder -zentren helfen, zusammenzufinden.

Die Freigabe der bisherigen Impfprioritäten hat einen Run auf die Arztpraxen ausgelöst. Doch mehr Impfstoff gibt es gleichzeitig nicht – im Gegenteil. Soeben wurde bekannt, dass der für Deutschland wichtigste Impfstoffanbieter, Biontech/Pfizer, ab Juli rund 20 Prozent weniger Impfstoff ausliefern wird, als im zweiten Quartal der Fall. Der Virologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte inzwischen bereits vor einem Rückschlag für die Impfkampagne: „Wenn die Biontech-Lieferungen so stark zurück gehen, wird es schwer, die Herdenimmunität vor Mitte September darzustellen", sagt Lauterbach in der Tagesschau.

Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Kapazitäten bei Impfstoffen und Terminen so geschickt wie möglich auszunutzen, um nicht Möglichkeiten zu verschenken oder Impfdosen zu verschwenden. Eine neue Möglichkeit für Verbraucher, trotz der Diskrepanz zwischen Impfstoff- und Termin-Ressourcen auf der einen und der vitalen Impfbereitschaft in der Bevölkerung auf der anderen Seite, zeitnah Impftermine zu bekommen, ist die jetzt von der überregionalen Non-Profit-Initiative „sofort-impfen.de“ eingerichtete Vermittlungsplattform gleichen Namens.

Schon zwei Millionen Nutzer registriert

Die ehrenamtliche Initiative mit Sitz in München versteht sich als  Weg für Arztpraxen, Impfzentren und Impfinteressent:innen, um einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu ermöglichen. Die Plattform, die erst vor wenigen Wochen ins Leben gerufen wurde, wird nun schrittweise deutschlandweit freigeschaltet. Bisher haben sich hier bereits rund zwei Millionen Nutzer registriert.

 

Für schnelle Impfung in der Nähe

„Sofort-impfen.de entlastet Ärzt:innen bei der Terminkoordination und bietet ihnen eine schnelle, einfache und kostenlose Option, auch kurzfristig übrige Restimpfdosen zu verimpfen“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der gemeinnützigen Organisation. „Für Impfinteressenten wird eine zentrale Anlaufstelle zur Vermittlung von Impfterminen geschaffen, die eine möglichst schnelle Impfung bei Hausärzt:innen und Impfzentren in räumlicher Nähe ermöglicht.“

Und so funktioniert das „Impf-Dating“ auf sofort-impfen.de

Arztpraxen und Impfzentren können sich kostenfrei auf sofort-impfen.de registrieren und erhalten Zugang zu ihrer persönlichen Terminverwaltung. Sie können dort freie Impftermine veröffentlichen und so für impfinteressierte Personen verfügbar machen.

Impfinteressierte wiederum melden sich auf der Warteliste von sofort-impfen.de an und werden per E-Mail benachrichtigt, sobald Ärzt:innen in ihrer Region Covid-19-Impftermine einstellen. Die jeweilige Praxis oder das Zentrum wird darüber informiert, wenn einer ihrer Termine ausgewählt und bestätigt wird.

Verbraucher können Impfstoff auswählen

Patient:innen können, je nach Verfügbarkeit, die Art des Impfstoffes bei der Buchung auswählen. Ihre persönlichen Daten werden dabei zu jedem Zeitpunkt vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

„Wollen verhindern, dass Impfdosen weggeworfen werden“

Initiiert wurde das Projekt von sieben Deutschen aus München, Frankfurt, Hamburg, Dresden und Berlin, die laut offizieller Impfpriorisierung viel zu jung und gesund wären, um beim Impfen schnell zum Zug zu kommen. „Wir wollen alle gerne schnell ins normale Leben zurück und haben uns überlegt, wie wir einen Beitrag dazu leisten können“, sagt Mit-Initiatorin Vanessa Sonders aus München. Die meisten ihrer Freunde gehören der Prioritätsstufe vier an und sind selbst noch nicht geimpft. Umso mehr ärgert es sie, wenn Impfstoff verschwendet wird. „Wir wollen verhindern, dass Impfdosen weggeworfen werden müssen“, erklärt die 35-Jährige.

Innerhalb der Dringlichkeitsliste der Bundesregierung ist die Gruppe 4 „ohne Priorität“ die letzte, die an die Reihe kommen soll: Hierzu zählen „alle, die ein geringeres Risiko haben, einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung zu erleiden. Ihnen soll nach den priorisierten Gruppen ein Impfangebot gemacht werden.“

Non-Profit-Initiative kann ohne Spenden nicht arbeiten

Sofort-impfen.de ist eine ehrenamtliche Initiative und wurde als gemeinnützige Organisation gegründet. Um den laufenden Betrieb der Plattform zu finanzieren, ist das Projekt auf Spenden angewiesen. Es möglich, sofort-impfen.de über die Bezahl-Plattform PayPal zu unterstützen unter der Adresse „spende@sofort-impfen.de“.

Foto: AdobeStock/annebel146

Hauptkategorie: Corona
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