Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
27.05.2020

One Health: Neue Allianz will Wildtiermärkte schließen

„One Health“ heißt eine neue internationale Allianz gegen den Handel von exotischen Tieren auf Wildtiermärkten. Das deutsche Bundesentwicklungsministerium unterstützt das Vorhaben zum Wohle von Tier und Mensch.
Gefährliche Kost: Wildtiermärkte sind der Ursprung von vielen Krankheitserregern wie das Coronavirus

Gefährliche Kost: Wildtiermärkte sind der Ursprung von vielen Krankheitserregern wie das Coronavirus

Massentierhaltung, die Rodung von Waldflächen und der Wildtierhandel sind maßgebliche Treiber für Zoonosen, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen überspringen. Auch die Corona-Pandemie ist eine Folge von Naturzerstörung und des ausbeuterischen Umgangs des Menschen mit Tieren. So stammt das Coronavirus nach bisherigen Erkenntnissen ursprünglich von Fledermäusen und ist über einen Zwischenträger, vermutlich das Schuppentier, auf einem Wildtiermarkt in Wuhan zum Menschen gelangt.

China will zwar jetzt ein Verbot von Wildtiermärkten verhängt haben, doch das gleiche Versprechen wurde schon nach der ersten SARS-Epidemie 2003 nicht eingelöst. Umso erfreulicher, das der internationale Druck jetzt größer wird, Wildtiermärkte zu verbieten.

Schluss mit gefährlichem Wildtierhandel

Das Bundesentwicklungsministerium hat nun gemeinsam mit dem WWF, der WCS (Wildlife Conservation Society) und der ZGF (Zoologischen Gesellschaft Frankfurt) eine 'Internationale Allianz gegen Gesundheitsrisiken im Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten' gestartet. Die Einheit namens „One Health“ will unter anderem die fünfzig für die Gesundheit gefährlichsten Wildtiermärkte so schnell wie möglich schließen. Der Arzt und Entertainer Dr. Eckart von Hirschhausen ist Botschafter der Allianz

„Die Klimakrise, das Artensterben und die aktuelle COVID19-Pandemie hängen sehr eng miteinander zusammen“, sagte Hirschhausen  am 20. Mai, dem Tag der Artenvielfalt, im Zoo Berlin, wo das Anliegen vorgestellt wurde.  „Wenn wir Krankheiten zukünftig verhindern wollen, ist eine zwingende Maßnahme jetzt endlich den Wildtierhandel weltweit zu stoppen. Viren machen keinen Halt vor Artengrenzen, noch vor Landesgrenzen.“

 

Natürliche Lebensräume von Wildtieren schützen

Aktuell sind etwa eine Million von weltweit acht Millionen Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Durch den Klimawandel und die Zerstörung natürlicher Lebensräume wie des tropischen Regenwaldes droht sich das Artensterben weiter zu beschleunigen. So wird alle vier Sekundenweltweit Wald von der Fläche eines Fußballfeldes abgeholzt – auch für Soja oder Palmölplantagen. „Je mehr die natürlichen Lebensräume schrumpfen, desto größer ist die Gefahr, dass Viren vom Tier auf den Menschen überspringen. Corona ist das jüngste Beispiel“, betonte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller. „Deswegen müssen wir viel entschlossener die natürlichen Lebensräume schützen und gegen Wildtierhandel und Wildtiermärkte vorgehen.“

Der Schutz der Artenvielfalt ist einer der Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Weltweit unterstützt das Bundesentwicklungsministerium mehr als 500 Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 1,8 Millionen Quadratkilometern – das ist die fünffache Größe Deutschlands. Im Bereich der Wildereibekämpfung ist das Ministerium bereits heute der größte bilaterale Geber.

Foto: © Adobe Stock/adfoto

Autor: ham
Hauptkategorien: Corona , Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fleisch

16.11.2018

Listerien, EHEC-Erreger, Campylobacter – in Fleisch und Wurstprodukten stecken jede Menge Krankheitserreger. Das Zoonosen-Monitoring 2017 zieht eine unappetitliche Bilanz. Dabei wurden nur Stichproben ausgewertet. Die Wahrheit könnte noch viel schlimmer sein.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der WHO, warnt vor dem Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch. Der Konsum könnte krebserregend sein. Das Urteil basiert auf einer Studie, die jetzt im Fachmagazin The Lancet Oncology erschien.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Viele Eltern meinen es gut, wenn sie vor ihren Kindern über eine Demenz bei deren Großeltern nicht sprechen. Sie wollen sie nicht belasten. So schwer es für Kinder ist, diese Erkrankung zu verstehen – so sehr spüren sie, dass etwas nicht stimmt. Experten raten deshalb zu einer kindgerechten Offenheit.

 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin