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Omega-3-Fettsäuren wichtig in der Schwangerschaft

Donnerstag, 28. Januar 2021 – Autor:
Für die embryonale Entwicklung sind sie lebenswichtig: Die beiden Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Schwangere sollten deshalb viel fetten Fisch essen oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, raten Frauenärzte.
Schwangere haben einen besonders hohen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren. Algenölkaspeln sind die vegane Alternative zu Fischöl

Schwangere haben einen besonders hohen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren. Algenölkaspeln sind die vegane Alternative zu Fischöl – Foto: ©DedMityay - stock.adobe.com

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den besonders gesunden ungesättigten Fettsäuren. In der Schwangerschaft erhöht sich der Bedarf. Insbesondere die beiden Omega-3-Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eikosapentaensäure) sind für das ungeborene Kind lebenswichtig. DHA wird beim Aufbau der Zellmembranen benötigt, spielt eine große Rolle bei der Entwicklung des Gehirns und der Sehkraft und wird als Baustein in viele Proteine eingebaut, die die Entzündungs- und Abwehrreaktionen im Körper regulieren. Da der Körper kaum in der Lage, es aus anderen Bausteinen selbst herzustellen, müssen die Elemente über die Nahrung zugeführt werden.

Diese Mengen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass Schwangere pro Tag durchschnittlich 200 mg DHA zu sich nehmen und zusätzlich EPA in etwa gleicher Menge, insgesamt eine Menge von etwa 450 mg DHA plus EPA täglich. Das entspricht wöchentlich etwa 300 Gramm an fettreichem Fisch wie zum Beispiel Lachs, Hering oder Makrele. Darum rät der Berufsverband der Frauenärzte Schwangeren, zweimal pro Woche Seefisch zu essen, davon einmal eine fettreiche Art. Denn kein anderes Lebensmittel enthalte auch nur im Entferntesten die gleiche Menge an ungesättigten Fettsäuren, und hier speziell den beiden Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA.

 

Zufuhr kann durch Algenölkapseln gesichert werden

„In Sachen Ernährung ist dies eine der wichtigen Empfehlungen für Schwangere“, heißt es in der aktuellen Mitteilung des Verbands. Doch so oft fetten Fisch zu essen, dürfte vielen Schwangeren schwerfallen. Eine Alternative sind Fischölkapseln oder das vegane Öl aus Algen. Beides gibt es als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken oder Drogerien zu kaufen.

Doch Vorsicht: Die Dosierungen sind oft außerordentlich hoch. Das liegt daran, dass die Europäische Lebensmittel-Überwachung festgelegt hat, dass Mengen bis zu 3 Gramm DHA und EPA pro Tag (2) normalerweise nicht gesundheitsschädigend sind. Das entspräche einem Pfund Seefisch täglich. Das sei zu viel für Schwangere, sagt Dr. med. Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Schwangere Frauen seien von der Einschätzung der Behörde auch ausdrücklich ausgenommen.

Nahrungsergänzungsmittel oft zu hoch dosiert

„Wenn Frauen in ihrer Schwangerschaft also DHA-EPA-Produkte in der Apotheke oder auch im Drogeriemarkt einkaufen wollen, dann sollten sie unbedingt aufs Kleingedruckte achten und den in Deutschland empfohlenen Wert von 450 mg DHA plus EPA pro Tag nicht überschreiten“, so Albring.

Die wissenschaftlichen Studien über sehr hohe Mengen an Fischöl in der Schwangerschaft sind widersprüchlich. Manche haben Vorteile gefunden, andere aber auch deutliche Nachteile. Schwangere sind also auf der sicheren Seite, wenn sie sich an die Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten.

Foto: © Adobe Stock/DedMityay

Hauptkategorien: Umwelt und Ernährung , Medizin
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