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Omega-3-Fettsäuren können Vorhofflimmern begünstigen

Freitag, 4. März 2022 – Autor:
Hohe Dosen von Omega-3-Fettsäuren könnten das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen. Das zeigt eine Meta-Studie von Forschern des Smidt Heart Institute.
Wer zu viel Omega-3-Fettsäuren zu sich nimmt, erhöht sein Risiko für Vorhofflimmern

– Foto: Adobe Stock/Girasole75

Hohe Dosen von Omega-3-Fettsäuren könnten das Risiko für die Entwicklung von Vorhofflimmern erhöhen. Das zeigt eine Meta-Studie des Smidt Heart Institute am Cedars Sinai Medical Center in Los Angeles Die meisten Experten sind sich ohnehin einig, dass es am besten ist, Omega-3-Fettsäuren nicht als Kapseln sondern durch den regelmäßigen Verzehr von Fisch aufzunehmen.
 
Vorhofflimmern ist die häufigste Art von Herzrhythmusstörungen, die dazu führt, dass sich das Herz unregelmäßig und manchmal zu schnell zusammenzieht. Es kann zu Blutgerinnseln, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und anderen herzbedingten Komplikationen führen und ist weit verbreitet.

8 Prozent der US-Amerikaner nehmen Omega-3-Präparate

Zugleich nehmen geschätzt 7,8 Prozent der amerikanischen Erwachsenen Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel ein. Es gibt starke Beweise dafür, dass sie den Triglyceridspiegel im Blut und Arthritisschmerzen signifikant reduzieren. Generell sollen sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, einige Studien legten aber das Gegenteil nahe.

Prof. Christine M. Albert, Leiterin der Kardiologie am Smidt Heart Institute, führte mit ihrem Team eine Metaanalyse durch, die die Ergebnisse mehrerer Untersuchungen kombinierte. Es wurden Daten von 81.210 Patienten überprüft, die an sieben klinischen Studien teilgenommen hatten. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 65 Jahre und 39 Prozent waren Frauen.

 

Omega-3-Fettsäuren können Vorhofflimmern begünstigen

Von diesen Patienten nahmen 72,6 Prozent an klinischen Studien teil, in denen weniger als oder gleich ein Gramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag getestet wurden, und 27,4 Prozent waren in klinische Studien aufgenommen, in denen mehr als ein Gramm des Nahrungsergänzungsmittels pro Tag getestet wurde.

Ergebnis: Patienten, die mehr als ein Gramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag einnahmen, hatten ein um 49 Prozent erhöhtes Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln, verglichen mit nur 12 Prozent der Patienten, die ein Gramm oder weniger des Nahrungsergänzungsmittels pro Tag einnahmen. Omega-3-Fettsäuren können also Vorhofflimmern begünstigen - abhängig von der Dosis.

Hochdosiertes Omega-3 nur mit Aufklärungsgespräch

Wenn Ärzte hochdosierte Omega-3-Fettsäuren empfehlen, sollten sie zuerst das potenzielle Risiko der Entwicklung von Vorhofflimmern besprechen und die Patienten über die möglichen Anzeichen und Symptome der Erkrankung informieren, damit in dem Fall eine frühe Diagnose gestellt werden kann, so Albert.

Das Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken, steigt mit dem Alter und ist bei Männern häufiger als bei Frauen. Weitere Risikofaktoren sind neben Alter und Geschlecht Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Herzklappenfehler, Übergewicht und Diabetes.

Auch Infektionen oder OPs erhöhen Risiko

Vorhofflimmern tritt eher während einer Infektion oder direkt nach einer Operation auf. Stress, Koffein und Alkohol können ebenfalls Attacken auslösen. Menschen, die intensiven Ausdauersport betreiben wie Marathonläufe, können ebenfalls Vorhofflimmern entwickeln. Die Studie erschien im Fachblatt Circulation.

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