Anzeige
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Anzeige

Offener Umgang mit Depressionen gefordert

Immer noch verheimlichen viele Menschen, die an einer Depression leiden, ihre Erkrankung, oder sie wissen gar nicht, dass sie ernstlich krank sind. Der diesjährige Weltgesundheitstag am 7. April will daher über Depressionen aufklären und zur Entstigmatisierung des Problems beitragen.
Weltgesundheitstag 2017

Anlässlich des Weltgesundheitstages 2017 fordern Experten eine Entstigmatisierung von Depressionen

Mehr als 320 Millionen Menschen weltweit leiden an einer Depression. In Deutschland erkranken jedes Jahr schätzungsweise rund acht Prozent der Bevölkerung daran. Die Krankheit tritt in jedem Lebensalter auf, unabhängig von Geschlecht und sozialem Status. Wird sie nicht rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt, kann sie chronisch werden; dann ist sie nur noch schwer behandelbar. Nicht selten führen schwere Depressionen sogar zum Suizid. Um die Öffentlichkeit besser über Depressionen aufzuklären, widmet sich der diesjährige Weltgesundheitstag, der am 7. April stattfindet, diesem Thema und macht unter anderem darauf aufmerksam, dass sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln lassen.  

Viele Menschen verschweigen ihre Depressionen

Auch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) nimmt den Gedenktag zum Anlass, das öffentliche Bewusstsein für das Thema Depressionen zu stärken. Sie betont, dass immer noch viele Betroffene ihre Erkrankung aus Angst vor Stigmatisierung verheimlichen. Auch wenn Depressionen in der Bevölkerung heute kein generelles Tabu mehr seien, falle der Umgang damit immer noch schwer.

Besonders in der Arbeitswelt gelten Depressionen immer noch als Schwäche. Dass der Weltgesundheitstag in diesem Jahr im Zeichen der Depression stehe, sei daher ein wichtiges Signal, so DGPPN-Präsident Professor Arno Deister. "Die Krankheit muss auch in Deutschland noch viel stärker ins Bewusstsein von Gesellschaft, Politik und Gesundheitswesen rücken“, betont der Experte.

Versorgungssituation muss verbessert werden

„Insbesondere die aktuelle Versorgungslage bereitet uns Sorgen“, erklärt Deister weiter. Nach Angaben der DGPPN werden 18 Prozent der Menschen mit schweren Depressionen in Deutschland gar nicht behandelt, und nur 26 Prozent der Patienten erhalten eine Behandlung, die den wissenschaftlichen Leitlinien entspricht. Die mangelnde Aufklärung ist nur einer der Gründe für diese Misere. Eine weitere Ursache ist das in vielen Regionen geringe Angebot an Psychotherapeuten und psychiatrischen und psychosomatischen Fachärzten. Viele Patienten müssen monatelang auf einen Therapieplatz warten. Die DGPPN fordert daher auch ein stärkeres politisches und gesellschaftliches Engagement für die Aufklärung, Prävention, Therapie und Rehabilitation von Depressionen.

Foto: © marjan4782 - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Depressionen

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Long-Covid stellt Ärzte vor ein Rätsel. Wegen der enormen Krankheitslast –- etwa jeder zehnte Covid-Patient ist betroffen – wird immerhin intensiv daran geforscht. Was Ärzte inzwischen über das komplexe Krankheitsbild wissen, hat Gesundheitsstadt Berlin Experten gefragt. Eine Zusammenfassung der aktuellen Erkenntnisse.

Patienten mit Immunerkrankungen: Bildet ihr Immunsystem nach einer Corona-Impfung überhaupt genügend Antikörper? Und falls nein: Was kann man tun? Diese Fragen haben Wissenschaftler des „Deutschen Zentrums Immuntherapie“ untersucht. Ein überraschendes Ergebnis: Viele Immunkranke vertragen die Impfung offenbar besser als mancher Gesunde.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin