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Öfter Knochenbrüche bei Arthritis

Studien bestätigen: Eine Rheumatoide Arthritis ist mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche verbunden. Betroffen sind vor allem Frauen.
Bei Arthritis nehmen Knochenbrüche zu

Bei Arthritis nehmen Knochenbrüche zu

Etwa ein Prozent der Bevölkerung weltweit leiden an einer Rheumatoiden Arthritis (RA). Sie ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Oft sind Finger- oder Handgelenke von den Entzündungen betroffen. Die Krankheit äussert sich durch Schmerzen und Schwellungen, manchmal auch durch Rötungen. Meist verläuft sie schubweise. Zwischen den Schüben, die zwischen einigen Wochen und Monaten andauern können, lassen die Beschwerden oft nach. Im Krankheitverlauf werden dann immer mehr Gelenke befallen. Häufig tritt die Rheumatoide Arthritis zum ersten Mal im Alter zwischen 35 und 45 Jahren auf.

Rheumatoide Arthritis und Knochenbrüche

Schon früher haben Studien darauf hingewiesen, dass Patienten mit RA ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche haben. Dies wurde nun durch mehrere neue Studien bestätigt. Bei einer dieser Untersuchungen, der "Women's Health Initiative", die im Journal of Rheumatology veröffentlicht wurde, wurden die Daten von fast 150.000 Frauen in der Postmenopause über acht Jahre lange gesammelt. Dabei zeigte sich, dass bei Frauen mit Rheumatoider Arthritis das Risiko für Hüft- und Wirbelsäulenfrakturen im Vergleich zu Arthritis-freien Patientinnen um etwa das Dreifache erhöht ist.

 

Frauen häufiger betroffen als Männer

Frauen, die unter einer Arthritis leiden, sind häufiger betroffen als erkrankte Männer, da bei ihnen öfter eine Osteoporose und damit auch ein erhöhtes Frakturrisiko auftritt. Und dies gilt nicht nur für die Zeit nach der Menopause. Studien haben auch bei prämenopausalen Patientinnen, die unter Arthritis leiden, ein erhöhtes Frakturrisiko gezeigt. Die Ergebnisse sind ein Argument dafür, dass bei Patientinnen mit Rheumatoider Arthritis frühzeitig und regelmässig eine Knochendichtemessung unternommen werden sollte. Dennoch werden bei RA-Patienten nur in 14 Prozent der Fälle beim Hausarzt beziehungsweise 33 Prozent der Fälle beim Rheumatologen Knochendichtemessungen durchgeführt.

Eine Osteoporose - oft auch als Knochenschwund bezeichnet - ist eine häufige Alterserkrankung, bei der die Knochendichte abnimmt, wodurch Knochenbrüche häufiger werden. 30 Prozent aller Frauen entwickeln nach der Menopause eine klinisch relevante Osteoporose. Am häufigsten ist die primäre Osteoporose, die nicht als Folge einer anderen Erkrankung auftritt. In fünf Prozent der Fälle ist der Abbau der Knochendichte jedoch eine Folge bestimmter Primärerkrankungen wie der Rheumatoiden Arthritis. Die Reduktion der Knochendichte kann aber auch durch Medikamente oder eine falsche Ernährung beschleunigt werden.

Foto: dule964/fotolia.com

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