Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Öffentlicher Dienst: Jeder Zweite fühlt sich psychisch belastet

Angestellte im Öffentlichen Dienst fühlen sich offensichtlich besonders im Stress. Einer Umfrage zufolge leiden fast 50 Prozent der Beschäftigten unter wachsender psychischer Belastung im Job.
Öffentlicher Dienst, Stress im Job

Angestellte im Öffentlichen Dienst fühlen sich besonders gestresst

Jeder zweite Beschäftigte im Öffentlichen Dienst von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen beklagt eine wachsende psychische Belastung im Job. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Susanne Ferschl hervor. Das Ministerium verweist auf entsprechende Befragungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Dabei gaben 49,9 Prozent der befragten Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes an, dass Stress und Arbeitsdruck zugenommen hätten. Die Betroffenen erklärten, dass sie häufig Termin- oder Leistungsdruck ausgesetzt seien, beziehungsweise „sehr schnell“ arbeiten müssten.

Beschäftige in Gesundheitsberufen unter besonderem Druck?

Laut Bundesarbeitsministerium fühlen sich besonders Arbeitnehmer in den medizinischen Gesundheitsberufen unter großem Druck. Auch die Fehlzeiten im Öffentlichen Dienst nehmen zu.  So stieg in der unmittelbaren Bundesverwaltung die - auf den demografischen Durchschnitt bereinigte - Abwesenheitsquote zwischen 2007 und 2016 von 5,45 auf 7,59 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft waren es 2016 den Angaben zufolge 5,3 Prozent.

Linken-Arbeitsmarktexpertin Susanne Ferschl forderte bessere Arbeitsbedingungen für die Betroffenen. „Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst verdienen für ihre Arbeit deutlich mehr Wertschätzung als sie derzeit bekommen", sagte Ferschl dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Personalmangel macht krank. Hier muss sich etwas ändern." Zudem würden mit der Befristung von Arbeitsverträgen die Rechte von Arbeitnehmern ausgehebelt.

 

Arbeitsbelastung im Öffentlichen Dienst scheint zuzunehmen

Schon in einer früheren Befragung durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus dem Jahr 2012 hatte sich gezeigt, dass die Stressfaktoren im Öffentlichen Dienst zunahmen. Dazu gehörten psychische, aber auch physische Belastungen. So gaben 53 Prozent der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst Belastungen durch Arbeit im Stehen an, 22 litten unter Lärmbelästigungen, 20 Prozent unter schwerem Heben und Tragen.

Die Art der Stressfaktoren können dabei ganz unterschiedlich sein: Ordnungs- und Sicherheitsberufe im Öffentlichen Dienst bringen zum Beispiel eine hohe Belastung durch Kälte und Zugluft mit sich (33 Prozent), Beschäftigte in den Sozial- und Erziehungsberufen bestätigen zu 73 Prozent Belastungen durch Arbeit im Stehen. Zudem beklagten 65 Prozent der Befragten, verschiedenartige Arbeiten gleichzeitig betreuen zu müssen. Auch die häufige Störung und Unterbrechung bei der Arbeit wurde in der Befragung von 2012 durch die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst häufiger als belastend wahrgenommen, als es beim Durchschnitt der Arbeitnehmer in Deutschland der Fall war.

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arbeitsbelastung , Burnout , Stress
 

Weitere Nachrichten zum Thema Stress am Arbeitsplatz

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.

 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin