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Obergrenze für Süßes: Wieviel Zucker am Tag höchstens verzehrt werde sollte

Gerade zur Weihnachtszeit fällt es schwer, buntem Naschwerk zu widerstehen. Doch Zucker sollte höchstens 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Bei 2.000 kcal am Tag sind das 50 g freier Zucker.
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In der Weihnachtszeit wird traditionell viel Süßes verzehrt

Zucker sollte am Tag höchstens 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr ausmachen. Wer täglich insgesamt 2.000 kcal zu sich nimmt, sollte nicht mehr als 50 g freien Zucker verzehren. Dazu zählen auch Monosaccharide und Disaccharide, die Lebensmitteln zugesetzt sind, sowie in Honig, Sirupen, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten natürlich vorkommender Zucker.

Diese Obergrenze legten die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die Deutsche Adipositas-Gesellschaft und die Deutsche Diabetes Gesellschaft in einem gemeinsamen Papier fest. Damit schließen sie sich der bereits 2015 ausgesprochenen Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO an.

Zucker in Süßwaren, Fruchtsäften und Limonaden

Ein großer Anteil der Zufuhr freier Zucker stammt in Deutschland aus Süßwaren (36 Prozent) und zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken wie Fruchtsäften und Nektaren (26 Prozent) sowie Limonaden (12 Prozent). Daten aus Verzehrstudien zeigen, dass die Zufuhr freier Zucker in Deutschland deutlich über der Empfehlung von unter 10 Energieprozent (En%) liegt.

Zwischen 15 und 80 Jahren beträgt die Zucker-Zufuhr bei Frauen rund 14 Energieprozent, bei Männern liegt sie bei 13 Energieprozent. Das entspricht einer Zufuhr an freien Zuckern bei Frauen von 61 g/Tag und bei Männern von 78 g/Tag.

 

Zuckergesüßte Getränke erhöhen das Diabetes-2-Risiko

Kinder und Jugendliche konsumieren sogar bis zu 17,5 En% am Tag. Um die Tagesmenge an freien Zuckern nicht zu überschreiten, müsste die Zufuhr um mindestens 25 Prozent gesenkt werden.

Da zuckergesüßte Getränke keinen Sättigungseffekt haben, führt ihr Konsum leicht zu einer insgesamt zu hohen Energiezufuhr. Eine hohe und häufige Zuckerzufuhr fördert die Entstehung von Übergewicht und Adipositas sowie zahlreiche mit Übergewicht assoziierte Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, kardiovaskuläre Erkrankungen und Karies. Zuckergesüßte Getränke erhöhen das Risiko für Diabetes Typ 2 sogar unabhängig vom Einfluss auf die Energiebilanz.

Zuckerarme Ernährung ist gesundheitsfördernd

Gesundheitsfördernd ist eine zuckerarme Ernährung. Die DGE empfiehlt Verbrauchern in ihren "10 Regeln für eine vollwertige Ernährung", Zucker generell einzusparen. Danach kann, wer stark verarbeitete und zuckergesüßte Lebensmittel selten und maßvoll verzehrt und zuckergesüßte Getränke durch Wasser oder ungesüßte Tees ersetzt, die Zufuhr freier Zucker reduzieren.

Kinder sollten sich erst gar nicht an eine hohe Zuckerzufuhr und den damit verbundenen Süßgeschmack gewöhnen. Speziell für Kinder beworbene Lebensmittel sind oft stark zuckerhaltig und deshalb überflüssig, heißt es weiter in einer Pressemitteilung der DGE.

Obergrenze für Süßes: Wieviel Zucker am Tag höchstens verzehren

Obwohl den meisten Menschen bekannt sein dürfte, dass sie am Tag höchstens eine überschaubare Menge an Zucker verzehren sollten, haben verhaltenspräventive Maßnahmen zur Förderung gesundheitsfördernder Lebensstile bislang nicht den gewünschten Erfolg erzielt - das betrifft ebenso den Konsum von Salz und Fett.

Weltweit greifen Länder daher zu präventiven Maßnahmen: In Deutschland etwa soll der Zucker-, Salz- und Fettgehalt in Fertigprodukten im Rahmen der vom Bundesernährungsministerium ausgerufenen nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie reduziert werden. Allerdings erst bis zum Jahr 2025.

Foto: and.one/fotolia.com

Autor: bab
 

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