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Nutzen des Mammographie-Screenings wird überprüft

Senkt das Mammographie-Screening-Programm tatsächlich die Brustkrebs-Sterblichkeit? Das Bundesamt für Strahlenschutz hat im Juli ein Forschungsprojekt gestartet, um den Nutzen des Brustkrebsfrüherkennungsprogramms zu überprüfen.
Senkt das Mammographie-Screening die Brustkrebssterblichkeit?

Senkt das Mammographie-Screening die Brustkrebssterblichkeit?

Seit Ende 2009 wird das Mammographie-Screening-Programm flächendeckend von 94 Screening-Einheiten in Deutschland angeboten. Jede Frau in Deutschland zwischen 50 und 69 Jahren hat alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie-Untersuchung. Ziel des Vorsorgeprogramms ist es, Brustkrebskrebs in einem sehr frühen Stadium zu entdecken und die Sterblichkeit zu senken.

Ob und in welchem Ausmass die Brustkrebs-Sterblichkeit durch die Einführung des Mammographie-Screenings in Deutschland tatsächlich sinkt, konnte bisher nicht nachgewiesen werden, da hierzu ein Bewertungszeitraum von mindestens zehn Jahren erforderlich ist.

BFS überprüft Nutzen des Mammographie-Screening-Programms

Das nun im Juli vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gestartete Forschungsvorhaben soll nun die wesentlichen Grundlagen für eine Nutzenbewertung schaffen. "Die Universität Münster wird in dieser langfristig ausgelegten Studie wissenschaftlich fundiert analysieren, ob das Ziel des Programms erreicht wird", sagt Wolfgang Weiss, Fachbereichsleiter beim BfS. "Der Nutzen des Programms muss grösser sein als die möglichen Risiken. Schliesslich ist jede Untersuchung mit einer zusätzlichen Strahlenbelastung verbunden." Mit ersten Ergebnissen sei in etwa sieben Jahren zu rechnen.

Internationale Studien haben nachgewiesen, dass der Nutzen von Mammographie-Screening-Programmen zur Früherkennung von Brustkrebs für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren das Risiko überwiegt. Erst im Frühjahr 2012 bestätigten Forscher von der Universität Rotterdam auf dem 8. Europäischen Brustkrebskongress in Wien, dass durch Mammographie-Screening eine Senkung der Brustkrebssterberate um 31 Prozent in den Niederlanden zu verzeichnen ist.

Bei acht von 1000 Frauen wird Brustkrebs entdeckt

Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie betonte unterdessen in einer Pressemitteilung, das Brustkrebsfrüherkennungsprogramm sei auch hierzulande auf einem sehr guten Weg. Im deutschen Mammographie-Screening-Programm werde bei acht von 1.000 Frauen Brustkrebs entdeckt. Mehr als 30 Prozent der entdeckten invasiven Tumore seien kleiner als zehn Millimeter. Vor dem Screening waren es nur 14 Prozent. Frauen mit früh entdeckten Tumoren haben die besten Chancen auf eine schonendere, brusterhaltende Therapie. Etwa jede zweite Frau zwischen 50 und 69 - rund 54 Prozent - nimmt das Angebot zur Früherkennung von Brustkrebs im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms wahr.

Foto: Kooperationsgemeinschaft Mammographie

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