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01.10.2019

Nutri-Score: Erste Reaktionen positiv

Sie soll Verbrauchern helfen, schneller gesunde von ungesunden Produkten zu unterscheiden: die Lebensmittel-Ampel Nutri-Score. Erste Reaktionen von Fachgesellschaften fallen positiv aus. Allerdings bemängeln Kritiker, dass die Kennzeichnung nicht verpflichtend ist.
NutriScore

Mit der Lebensmittelkennzeichnung Nutri-Score soll Verbrauchern die Entscheidung für gesunde Produkte leichter gemacht werden

Nun soll sie tatsächlich kommen, die Lebensmittel-Ampel mit dem Namen Nutri-Score. Das hat die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner gestern mitgeteilt. Demnach sollen in Zukunft auf Lebensmittelpackungen in Deutschland fünf Kästchen in den Farbabstufungen von Dunkelgrün bis Dunkelrot abgedruckt werden. Damit soll Verbrauchern ein schneller Überblick über die Nährwertqualität eines Produktes ermöglicht werden.

Dunkelgrün steht für ein besonders empfehlenswertes Produkt, rot für ein eher problematisches – zum Beispiel, weil darin viel Zucker oder Fett enthalten ist. „Der Nutri-Score ist so angelegt, dass er hinsichtlich einer gesunden Ernährung eine erste, gute Orientierung sein kann“, erklärte die Ministerin bei der Vorstellung in Berlin

Fachgesellschaften begrüßen Entscheidung für Nutri-Score

Erste Reaktionen von Fachgesellschaften fielen positiv aus. So begrüßte die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) die Einführung des neuen Labels: „Mit der Entscheidung für den Nutri-Score leistet Frau Klöckner direkt einen Beitrag, eine gesunde Ernährung zu fördern“, erklärte die Gesellschaft in einer Mitteilung. Allerdings könne, wie Klöckner auch selbst betonte, der Nutri-Score nur einer von mehreren Bausteinen sein. „Notwendig sind weitere Schritte, unter anderem ein Verbot von an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Produkte, wie es die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt“, so die DDG.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) reagierte positiv auf die Entscheidung. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen laut DGEM, dass der Nutri-Score wirkt: „In über 35 Studien wurde bewiesen, dass er für alle Bevölkerungsschichten verständlich ist und dass er am ehesten bewirkt, dass die Menschen gesündere Lebensmittel einkaufen“.

 

Kritiker bemängeln Freiwilligkeit

Vor der Entscheidung waren in einer Umfrage 1600 Verbrauchern vier verschiedene Lebensmittel-Label vorgelegt worden. Mehr als die Hälfte der Befragten fanden dabei den Nutri-Score hilfreich. Das Label soll künftig zusätzlich zu anderen Informationen auf den Verpackungen abgedruckt werden, so Klöckner. Die Nährwerttabelle, die auf der Verpackungsrückseite steht, ersetze es also nicht.

Von Kritikern wird bemängelt, dass der Nutri-Score nicht verpflichtend sein soll. Lebensmittelhersteller können sich also freiwillig entscheiden, ob sie ihre Produkte damit kennzeichnen wollen oder nicht. Luise Molling von der Verbraucherorganisation foodwatch fordert daher: „Frau Klöckner muss sich nun auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass der Nutri-Score zum verpflichtenden Nährwertkennzeichnungssymbol in Europa wird.“

Hoffnung auf Umdenken der Industrie

In einigen europäischen Ländern wie Frankreich oder Belgien wurde der Nutri-Score bereits eingeführt und hat auch schon Wirkung gezeigt. So kündigte die französische Supermarktkette Intermarché an, die Rezepturen von über 900 Eigenprodukten zu verändern, damit sie eine bessere Bewertung durch das Label bekommen. „Der Nutri-Score löst offenbar im Ausland einen Innovations- und Marketingschub in Richtung gesunde Ernährung aus“, erklärte Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten. „Genau diesen brauchen wir auch in Deutschland dringend.“  

Foto: © amine1976 - Fotolia.com

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