. Demographieprojekt der AOK und der Stadt Essen:

Nur durch Vernetzung kann eine gute Demographiepolitik gelingen

Die Stadt Essen und die AOK Rheinland/Hamburg haben am Freitag ihr gemeinsames Demographieprojekt vorgestellt. Ziel ist es, in einem gemeinsamen Schulterschluss von öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen sowie ehrenamtlichen Organisationen für die Bürger gute Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu schaffen.

Gemeinsam für ein selbstbestimmtes Leben: Das Demographieprojekt in Essen macht's möglich

Älteren, hilfsbedürftigen Menschen ist es wichtig, so lange wie möglich in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung leben zu können. Doch häufig lassen normale Anforderungen des Alltags wie Einkäufe oder Wohnungsreparaturen dies nicht zu. Jetzt werben die AOK Rheinland/Hamburg und die Stadt Essen für die Unterstützung durch weitere Partner für das innovative Hilfsprojekt NAEHE. Der Startschuss fiel am Freitag durch die Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung. Die Initiatoren wollen gemeinsam mit Partnern aus der gesamten Stadtgesellschaft ein Versorgungsnetzwerk vollkommen neuer Art aufbauen, um den Bedürfnissen der hilfebedürftigen Menschen besser Rechnung tragen zu können. 

Demografieprojekt: Oft sind Angebote vorhanden, die Bürger wissen nur nichts davon

Einzelhandel und Dienstleister, Pflegedienste und Hilfsmittel-Anbieter, Ärzte, Wohnungsbaugesellschaften und Selbsthilfegruppen sowie kulturelle Anbieter und weitere Hilfs- und Selbsthilfegruppen sollen das Netzwerk knüpfen und ihre Leistungen als vernetztes Angebot den Bürgerinnen und Bürgern leicht zugänglich machen.  Denn selbst wenn vielfach Unterstützungsangebote vorhanden sind, seien diese den Hilfebedürftigen oft nicht bekannt und würden daher erst gar nicht in Anspruch genommen. Das neue Angebot trägt den Namen „Netzwerk zur Absicherung der Versorgung in der eigenen Häuslichkeit in Essen“, abgekürzt NAEHE. 

Am Freitag unterschrieben Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß und AOK-Vorstandschef Günter Wältermann eine entsprechende Absichtserklärung. Ausgangspunkt für das Projekt ist der Stadtteil Steele. Das Versorgungsnetzwerk will dort vorhandene Hilfs- und Unterstützungsangebote miteinander verknüpfen und dafür sorgen, dass sich die vielfältigen Angebote einfach nutzen lassen. Alle Unternehmen und Pflegekassen seien nun aufgerufen, sich zu engagieren und aktiv am neuen Essener Projekt NAEHE zu beteiligen. 

Ein Versorgungsnetzwerk soll helfen, die Stadt demographiefest zu machen

Der Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß sagte bei der Vorstellung des Projektes: „Die Stadt Essen sieht in der Schaffung von Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter eine Schwerpunktaufgabe ihrer ressortübergreifenden Demographiepolitik. Diese kann aber nur gelingen, wenn alle an der im weitesten Sinne Versorgung älterer Menschen Beteiligten ihre Unterstützungsmöglichkeiten einbringen und sich vernetzen. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich viele Partner im ausgewählten Projektquartier dem Versorgungsnetzwerk anschließen würden.“ Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, erklärte: „Wir müssen in der Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in ihrem Lebensumfeld 

neue Wege gehen. Mit dem Angebot NAEHE im Essener Osten wollen wir gemeinsam mit vielen Partnern und den Pflegekassen den Menschen, unabhängig von ihrer Krankenkassen-Zugehörigkeit, praktische Hilfe in der Alltagsbewältigung anbieten, wo es sonst mangels Alternativen oft zu einem Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim kommen würde. Das Versorgungsnetzwerk ist auf Nachhaltigkeit angelegt.“ 

Foto: apops - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke

Weitere Nachrichten zum Thema Demographie, Versorgung, Pflege

| Viele Menschen in Deutschland haben Angst, pflegebedürftig zu werden. In der Generali Altersstudie aus dem Jahr 2013 war die größte Sorge in der Gruppe der 65- bis 85-Jähringen, dauerhaft auf Pflege angewiesen zu sein. Bei einer Umfrage (TNS Infratest) aus dem Jahr 2012 gab sogar jede/r zweite Befragte an, dass sie oder er von einer kostenlosen Assistenz beim Freitod Gebrauch machen würde, um der Pflegedürftigkeit zu entgehen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Bei Frauen mit genetisch bedingtem Lungenhochdruck kann Östrogen eine Rolle bei der Erkrankung spielen. Experimente zeigen nun, dass Medikamente, die das Östrogen hemmen, der Erkrankung vorbeugen und auch zu ihrer Behandlung dienen können.
Knapp drei Millionen Tiere sterben in Deutschland jedes Jahr für die Forschung – viele davon umsonst, weil sich die Ergebnisse aus Tierversuchen oft nicht auf Menschen übertragen lassen. Nun wurde ein Modellsystem ausgezeichnet, das Tierversuche in der Schlaganfallforschung ersetzen soll.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Raum 12.109/110 im Erdgeschoss, Landsberger Allee 49, 10249 Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.