. Gesunde Zähne

Nuckelflaschenkaries: Neue Vorsorgeuntersuchungen sollen Baby-Zähne schützen

Deutschlandweit leiden bis zu 15 Prozent der unter 3-Jährigen an Milchzahnkaries. In sozialen Brennpunkten sind es bis zu 40 Prozent. Drei neue Zahnvorsorgeuntersuchungen sollen Baby-Zähne vor Nuckelflaschenkaries schützen.
Milchzähne, Baby, Kleinkind, Zahnen

Um Babys besser vor Milchzahnkaries zu schützen, gibt es jetzt drei neue Zahnvorsorgeuntersuchungen

Deutschlandweit leiden bis zu 15 Prozent der unter 3-Jährigen an Milchzahnkaries, in sozialen Brennpunkten sind es sogar bis zu 40 Prozent. Drei zusätzliche zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen sollen ab 1. Juli 2019 helfen, Baby-Zähne besser zu schützen.

In Anspruch nehmen können sie Kleinkinder gesetzlich krankenversicherter Eltern. Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) begrüßten die entsprechende Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Dies ermögliche eine bessere Versorgung von Kindern von 0 bis 3 Jahren.

Nuckelflaschenkaries durch zucker- und säurehaltige Getränke

"Wir sind froh, dass diese Präventionslücke endlich geschlossen wird", so Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK. "Besonders Kinder aus Familien in sozial schwierigen Lebenslagen leiden zu oft unter frühkindlicher Karies, auch Nuckelflaschenkaries genannt."

Ursachen für die frühkindliche Karies sind übermäßiges Trinken von zucker- und säurehaltigen Getränken, zum Beispiel aus Saugerflaschen in Kombination mit unzureichender Mundhygiene im frühen Kindesalter.

 

"Gelbes Heft": Kinderarzt verweist auf den Zahnarzt

Bereits 2014 hatten die Zahnärzte ein wissenschaftliches Konzept vorgelegt, wie man dies effektiv angehen könnte. Ein wesentlicher Baustein waren die Frühuntersuchungen vom ersten Zahn an.

Das ärztliche Kinderuntersuchungsheft wurde bereits 2018 im Sinne zahnärztlicher Früherkennungsuntersuchungen umgestaltet. Unter anderen sind im "Gelben Heft" nun Verweise vom Kinderarzt zum Zahnarzt für die Altersgruppe vom 6. bis 64. Lebensmonat enthalten.

Mehr Vorsorge soll Baby-Zähne vor Karies schützen

Die drei zusätzlichen zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen sollen bis zum 33. Lebensmonat stattfinden und helfen, Baby-Zähne besser vor Karies zu schützen. Dazu gehören eine eingehende Untersuchung, die Beratung der Eltern und die Anleitung zum täglichen Zähneputzen beim Kleinkind.

Ferner haben Kleinkinder einen Anspruch auf eine Zahnschmelzhärtung mit Fluoridlack zweimal im Halbjahr. So soll frühkindlicher Karies vorgebeugt werden.

Kinder aus Risikogruppen erreichen

Im Jahr 2020 sollen 80 Prozent der 6- bis 7-Jährigen kariesfrei sein, das hat sich die Zahnärzteschaft zum Ziel gesetzt. Dafür müsste die Entstehung von Karies zum frühestmöglichen Zeitpunkt bekämpft werden. Schon die werdenden Eltern sollten unter Einbeziehung von Gynäkologen und Hebammen im Rahmen der Schwangerschaftsberatung über Mundgesundheit aufgeklärt werden, meint die KZBV.

Doch wenn Eltern ihre Kinder nicht zur zahnärztlichen Untersuchung vorstellen, und wenn Kinder nicht den Kindergarten besuchen, liefen auch Individual- und Gruppenprophylaxe ins Leere. "Hier sind gesamtgesellschaftliche Anstrengungen gefordert, Kinder aus Risikogruppen in ein soziales und medizinisches Betreuungsumfeld zu integrieren, das gezielte Prävention möglich macht", heißt es weiter in einem Konzeptpapier, das sich an gesundheitspolitische Entscheider richtet.

Foto: vchalup/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Kinder
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zahnpflege

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wer Kinder hat, lebt länger als Kinderlose. Eine Adoption wirkt sich sogar noch stärker auf die Lebenserwartung aus. Eine neue Untersuchung, ist nun den Gründen nachgegangen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Restaurant „Altes Zollhaus“, Carl-Herz-Ufer 30, 10961 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.