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Nuckelflaschenkaries: Neue Vorsorgeuntersuchungen sollen Baby-Zähne schützen

Donnerstag, 24. Januar 2019 – Autor:
Deutschlandweit leiden bis zu 15 Prozent der unter 3-Jährigen an Milchzahnkaries. In sozialen Brennpunkten sind es bis zu 40 Prozent. Drei neue Zahnvorsorgeuntersuchungen sollen Baby-Zähne vor Nuckelflaschenkaries schützen.
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Um Babys besser vor Milchzahnkaries zu schützen, gibt es jetzt drei neue Zahnvorsorgeuntersuchungen – Foto: ©vchalup - stock.adobe.com

Deutschlandweit leiden bis zu 15 Prozent der unter 3-Jährigen an Milchzahnkaries, in sozialen Brennpunkten sind es sogar bis zu 40 Prozent. Drei zusätzliche zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen sollen ab 1. Juli 2019 helfen, Baby-Zähne besser zu schützen.

In Anspruch nehmen können sie Kleinkinder gesetzlich krankenversicherter Eltern. Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) begrüßten die entsprechende Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Dies ermögliche eine bessere Versorgung von Kindern von 0 bis 3 Jahren.

Nuckelflaschenkaries durch zucker- und säurehaltige Getränke

"Wir sind froh, dass diese Präventionslücke endlich geschlossen wird", so Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK. "Besonders Kinder aus Familien in sozial schwierigen Lebenslagen leiden zu oft unter frühkindlicher Karies, auch Nuckelflaschenkaries genannt."

Ursachen für die frühkindliche Karies sind übermäßiges Trinken von zucker- und säurehaltigen Getränken, zum Beispiel aus Saugerflaschen in Kombination mit unzureichender Mundhygiene im frühen Kindesalter.

 

"Gelbes Heft": Kinderarzt verweist auf den Zahnarzt

Bereits 2014 hatten die Zahnärzte ein wissenschaftliches Konzept vorgelegt, wie man dies effektiv angehen könnte. Ein wesentlicher Baustein waren die Frühuntersuchungen vom ersten Zahn an.

Das ärztliche Kinderuntersuchungsheft wurde bereits 2018 im Sinne zahnärztlicher Früherkennungsuntersuchungen umgestaltet. Unter anderen sind im "Gelben Heft" nun Verweise vom Kinderarzt zum Zahnarzt für die Altersgruppe vom 6. bis 64. Lebensmonat enthalten.

Mehr Vorsorge soll Baby-Zähne vor Karies schützen

Die drei zusätzlichen zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen sollen bis zum 33. Lebensmonat stattfinden und helfen, Baby-Zähne besser vor Karies zu schützen. Dazu gehören eine eingehende Untersuchung, die Beratung der Eltern und die Anleitung zum täglichen Zähneputzen beim Kleinkind.

Ferner haben Kleinkinder einen Anspruch auf eine Zahnschmelzhärtung mit Fluoridlack zweimal im Halbjahr. So soll frühkindlicher Karies vorgebeugt werden.

Kinder aus Risikogruppen erreichen

Im Jahr 2020 sollen 80 Prozent der 6- bis 7-Jährigen kariesfrei sein, das hat sich die Zahnärzteschaft zum Ziel gesetzt. Dafür müsste die Entstehung von Karies zum frühestmöglichen Zeitpunkt bekämpft werden. Schon die werdenden Eltern sollten unter Einbeziehung von Gynäkologen und Hebammen im Rahmen der Schwangerschaftsberatung über Mundgesundheit aufgeklärt werden, meint die KZBV.

Doch wenn Eltern ihre Kinder nicht zur zahnärztlichen Untersuchung vorstellen, und wenn Kinder nicht den Kindergarten besuchen, liefen auch Individual- und Gruppenprophylaxe ins Leere. "Hier sind gesamtgesellschaftliche Anstrengungen gefordert, Kinder aus Risikogruppen in ein soziales und medizinisches Betreuungsumfeld zu integrieren, das gezielte Prävention möglich macht", heißt es weiter in einem Konzeptpapier, das sich an gesundheitspolitische Entscheider richtet.

Foto: vchalup/fotolia.com

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