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NSAR erhöhen Herzinfarkt-Risiko bei Atemwegsinfektionen

Sonntag, 12. Februar 2017 – Autor: Anne Volkmann
Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) können bei akuten Atemwegsinfekten das bereits erhöhte Herzinfarktrisiko weiter steigern. Daher sollten diese Medikamente bei solchen Erkrankungen zurückhaltend eingesetzt werden – das raten Wissenschaftler aus Taiwan.
Keine NSAR bei Erkältungen

Bei grippalen Infekten können Ibuprofen und Co. das Risiko für Herzinfarkte steigern – Foto: Studio Mike - Fotolia

Um Symptome von grippalen Infekten wie Kopf- und Gliederschmerzen zu behandeln, nehmen viele Menschen Arzneimittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) ein. Dazu gehören so verbreitete Medikamente wie Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure. Doch nun haben Forscher herausgefunden, dass diese Selbstmedikation nicht ungefährlich ist. Denn NSAR können das bei Atemwegsinfekten sowieso schon erhöhte Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle noch steigern. Die Ergebnisse ihrer Beobachtungsstudie haben die Forscher im Journal of Infectious Diseases veröffentlicht.

Risiko gilt nicht nur für COX-2-Hemmer

Dass akute Atemwegsinfektionen das Risiko für Herzinfarkte oder Schlag­anfälle steigern können, ist bereits bekannt. Vor einigen Jahren wurde dann festgestellt, dass auch bestimmte nicht-steroidale Antirheumatika dieses Risiko noch weiter erhöhen können. Doch zunächst schien dies nur für COX-2-Hemmer zu gelten. Nun haben Forscher jedoch festgestellt, dass auch andere NSAR nicht ungefährlich sind.

Die Wissenschaftler um Cheng-Chung Fang von der Nationalen Universität von Taiwan in Taipeh haben dafür die Daten von fast 10.000 Patienten ausgewertet, die wegen eines akuten Herzinfarkts in einer Klinik behan­delt worden waren. Dabei zeigte sich, dass die betroffenen Patienten in den sieben Tagen vor dem Herz­infarkt überdurchschnittlich häufig an akuten Atemwegsinfektion gelitten hatten und zudem häufiger NSAR eingenommen hatten als sonst.

 

Bei Erkältungen sollte auf NSAR verzichtet werden

Die Berechnungen der Forscher ergaben, dass nicht nur die Atemwegsinfekte selbst die Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkte erhöhten, sondern dass die Einnahme der NSAR das Risiko zusätzlich steigerten. So wiesen die Patienten bei einem Atemwegsinfekt plus NSAR-Anwendung ein 3,4-fach erhöhtes Herzinfarktrisiko auf, ein grippaler Infekt allein erhöhte das Risiko um das 2,7-Fache und die alleinige NSAR-Einnahme um das 1,5-Fache. Wurden die Patienten intravenös mit einem NSAR behandelt, stiegt das Risiko für einen späteren Herzinfarkt sogar um das 7,2-Fache.

Da es sich nur um eine nachträgliche Beobachtungsstudie handelte, kann eine Kausalität zwar nicht zweifelsfrei bewiesen werden. Dennoch wird nach Ansicht der Studienautoren deutlich, dass NSAR bei Patienten mit akuten Atemwegsinfektionen kontraindiziert sind. Sollte eine symptomatische Therapie notwendig sein, raten die Forscher zur Einnahme von Paracetamol.

Foto: © Studio Mike - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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