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Novids: Es gibt wohl Corona-resistente Menschen

Dienstag, 9. August 2022 – Autor:
Manche Menschen stecken sich einfach nicht mit dem Coronavirus an. Haben sie nur Glück oder gibt es tatsächlich so etwas wie eine Corona-Resistenz? Genforscher sind inzwischen überzeugt: Es gibt wohl angeborene Schutzmechanismen gegen das Coronavirus.
Resistent: Personen, die sich nicht mit dem Coronavirus infizieren, werden Novids genannt

Resistent: Personen, die sich nicht mit dem Coronavirus infizieren, werden Novids genannt – Foto: © Adobe Stock/ pascalskwara

Fats jeder kennt einen, der trotzt aller Unvorsichtigkeit ohne Coronainfektion durch die Pandemie gekommen ist. Geimpft sind diese glücklichen Ausnahmen oft auch nicht. Forscher glauben inzwischen, dass es tatsächlich so etwas wie eine Corona-Resistenz gibt. In einem internationalen Genforschungsprojekt wird die These nun an rund 150 Instituten überprüft. Es werden Personen untersucht, die sich trotz hoher Virus-Exposition einfach nicht angesteckt haben, etwa wenn sie in erkrankten Familien lebten. Einen Bezeichnung für sie gibt es schon: Novids.

Genvarianten könnten zufällig vor Covid schützen

„Wir versuchen zu verstehen, ob es genetische Merkmale sind, die bestimmten Personen vor einer COvid-19-Infektion schützen“, erklärte der Sprecher der Genforschungsprojekts András Spaan dem online-Magazin Healthline. Der Experte für Genetik und Infektionskrankheiten an der Rockefeller University in New York City hält dies  für wahrscheinlich. SARS-VOV-2 sei zwar neu, aber nicht der grundsätzliche Kampf gegen Erreger. So könnten im Zuge der Evolution Genvarianten in einzelnen Menschen entstanden sein, die zufällig vor Corona schützten, so seine These.

 

Steilvorlage für neue Medikamente

So ein genetisches Schutzprogramm ist auch bei anderen Infektionskrankheiten bekannt. Ein Beispiel ist HIV. Personen die eine spezielle Mutation im Gens CCR5 tragen, sind gegen das AIDS-Virus immun. „Als entschlüsselt war, welche biologischen Wege durch die CCR5-Genvariante beeinflusst werden, konnte ein Medikament gegen Aids entwickelt werden“, wird Spaan in „WELT“ zitiert. „Natürlich wäre es toll, wenn uns etwas Ähnliches bei Covid-19 gelänge.“

Mehr als nur eine Ursache wahrscheinlich

Der Genforscher hält es aber für unwahrscheinlich, dass die Immunität gegen SARS-COV-2 auf nur eine Ursache zurückzuführen ist. Es kann zum Beispiel sein, dass einige Menschen weniger Bindungsrezeptoren auf ihren Schleimhautzellen haben und das Virus deswegen nicht andocken kann. Diskutiert wird außerdem ein früherer Kontakt zu anderen Coronaviren, der einen gewissen Grundschutz bietet. Ebenso ein besonders schnelles Immunsystem, das die Viren vernichtet, bevor sie sich vermehren können.

Doch herauszufinden, was Zufall ist und was tatsächlich die scheinbare Corona-Resistenz bedingt, ist nicht trivial. Die Einschlusskriterien in die Studie sind darum streng. Die Probanden müssen unter anderem im Antikörpertest negativ sein und einem extrem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt gewesen sein – ohne an Covid-19 zu erkranken.

Hauptkategorien: Corona , Medizin
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